18. August 2005 · Quelle: LR

Schäden an der Dahmer Schlossruine sind beseitigt

Dahme. Die Graf­fi­ti-Schmier­ereien mit teils recht­sradikalem Inhalt, mit
denen Jugendliche vor einein­halb Wochen Teile der Dah­mer Schloss­ru­ine
verun­stal­tet hat­ten, sind beseit­igt. Die Polizei hat den Fall inzwis­chen an
die Staat­san­waltschaft abgegeben.

“Die Schmier­ereien mussten in mühevoller Han­dar­beit ent­fer­nt wer­den”, sagt
Dahmes Amts­di­rek­tor Frank Pätzig. Wieder befes­tigt wor­den seien auch die
Met­all-Laufgänge und Brück­en im Gebäudein­neren, von denen die Jugendlichen
Schrauben und Ver­ankerun­gen gelöst hat­ten. “Durch die Ver­wüs­tun­gen ist ein
Zeitverzug von drei Tagen ent­standen”, so der Amts­di­rek­tor.

Heute Abend abend wer­den die Bauleute abrück­en. Laut Frank Pätzig ger­ade
noch rechtzeit­ig vor dem Ruinen­fest am Sonnabend, mit dem der Abschluss der
fünf Jahre währen­den Sicherungsar­beit­en an dem Bauw­erk würdig began­gen
wer­den soll. Einige Schä­den, so ein Brand­fleck an der Holzdecke, wür­den auch
dann noch zu sehen sein, sagt Dahmes Ver­wal­tungschef. Den ent­stande­nen
Sach­schaden bez­if­fert er mit ein­er Summe zwis­chen 3000 und 4000 Euro.

In den ver­gan­genen Tagen hat der linke Schloss­flügel Fen­ster­ver­glasun­gen
bekom­men. Ein schw­eres Met­all­tor ist einge­set­zt wor­den. “Diese Arbeit­en
waren bere­its vor dem Van­dal­is­mus so geplant gewe­sen”, erk­lärt der
Amts­di­rek­tor. Jet­zt aber habe sich die Stadt entschlossen, die Fen­ster­höhlen
im recht­en Flügel, die kein Glas bekom­men soll­ten, mit Git­tern zu verse­hen.
Das werde voraus­sichtlich 7000 Euro kosten. “Noch wis­sen wir nicht, woher
wir die Mit­tel nehmen sollen”, erk­lärt der Amts­di­rek­tor.

Nicht nur die materiellen Fol­gen des Van­dal­is­mus ärg­ern Frank Pätzig. “Wir
woll­ten ver­mei­den, das Haus einzugit­tern wie einen Knast”, betont er.
Geplant war, dass die gesicherte Ruine auch tagsüber frei zugänglich ist.
Doch darüber müsse nach der Tat der Jugendlichen neu nachgedacht wer­den.

Die Stadt und die geschädigten Fir­men hat­ten Anzeige erstat­tet. Am Dien­stag
let­zter Woche hat­te die Polizei drei Jugendliche aus Dahme als
Tatverdächtige ermit­telt (die RUNDSCHAU berichtete). “Wir wün­schen uns, dass
die Men­schen in Dahme sehen: Solche Tat­en bleiben nicht ungesüh­nt”, so der
Amts­di­rek­tor.

Wie Peg­gy Jentzsch vom Bere­ich Jugend-Mega-Tomeg (Täter ori­en­tierte
Maß­nah­men gegen rechts) bei der Polizei Tel­tow-Fläming bestätigt, sei die
polizeilichen Ermit­tlun­gen abgeschlossen und der Vor­gang an die
Staat­san­waltschaft Luck­en­walde übergeben wor­den. Dem Haf­tantrag, der gegen
einen der Tatverdächti­gen auf­grund von Vor-Delik­ten gestellt wor­den war, sei
nicht stattgegeben wor­den. “Alle drei Beteiligten sind auf freiem Fuß, der
Fall nimmt jet­zt den üblichen Rechtsweg”, sagt Peg­gy Jentzsch. Bei der
Staat­san­waltschaft war für Nach­fra­gen zum Sach­stand nie­mand erre­ich­bar.

Trotz des Ärg­ers im Vor­feld hofft Frank Pätzig für das Ruinen­fest auf viele
Gäste. “Jed­er sollte sich selb­st ein Bild machen, dass mit den in fünf
Jahren investierten rund 1,9 Mil­lio­nen Euro etwas Beson­deres geschaf­fen
wurde”, sagt er.

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