17. September 2004 · Quelle: LR

Schallwerker-Demo für Jugend der Stadt

Für junge Leute ist es wichtig, dass sie Unter­stützung bekommen.”
Thomas Bulows­ki spricht aus eigen­er Erfahrung: Nach lan­gen Verhandlungen
mit der Stadtver­wal­tung erhielt der “Schall­w­erk” ‑Betreiber die Zusage,
der Ver­anstal­tung­sort könne unter Aufla­gen weit­erbeste­hen bleiben. Nun
organ­isiert er gemein­sam mit Fre­un­den eine Jugend­demon­stra­tion, die am
Sonnabend durch Cot­tbus führt. 

Ein Gespräch am run­den Tisch mit Ober­bürg­er­meis­terin Karin Rätzel
brachte offen­bar den gewün­scht­en Erfolg. “Wir hat­ten die Gelegenheit,
unser Konzept neu vorzustellen” , sagt Bulows­ki, “nun ist es an uns,
einen neuen Bau­plan zu erar­beit­en, bevor wir die Ver­anstal­tun­gen im
Schall­w­erk fort­set­zen.” Zwar habe es am ver­gan­genen Woch­enende eine
Par­ty am Auswe­ich-Stan­dort in den Messe­hallen geben, “aber die war ein
finanzieller Flop: Die Messe­hallen wer­den von den Jugendlichen nicht
angenommen.” 

Um so mehr hof­fen Bulows­ki und seine Mit­stre­it­er Brit­ta Jainz und
Hen­drik Widera auf Zus­pruch für ihre Demon­stra­tion, die sie für
Sonnabend von 15 bis 22 Uhr geplant haben. Das Mot­to lautet: “Jugend ist
Zukun­ft” . Sie plädieren für mehr Tol­er­anz gegenüber der Jugend, für
mehr Unter­stützung von Jugend­pro­jek­ten, den Kampf gegen die Abwanderung
junger Leute und die Schaf­fung von Lehrstellen sowie Arbeitsplätzen. 

Start des Demon­stra­tionszuges: am Bus­bahn­hof. Er führt von 16 bis 18 Uhr
über die Bahn­hof­s­traße und den Alt­markt zum Oberkirch­platz, begleitet
von mehreren Lastkraft­wa­gen, auf denen sich Klubs und Diskjock­eys aus
der Region vorstellen. 

Auch die Jugend des Deutschen Gew­erkschafts­bun­des unter­stützt die
Aktion. Mitar­beit­er Lutz Glase­wald erläutert: “Es war über­fäl­lig, denn
schon lange hat­te man den Ein­druck, dass einige kommunalpolitische
Entschei­dungsträger in der regionalen Jugend­kul­tur und ihren Projekten
wenig Pos­i­tives sehen kön­nen.” Allerd­ings, so führt Glase­wald weiter
aus, gehe es nicht darum, die Stadt Cot­tbus anzuprangern, son­dern mit
Musik zu zeigen, dass mehr Tol­er­anz und Hil­fe nötig seien, damit die
Jugend eine Chance zur Weit­er­en­twick­lung erhält. 

Ihm pflichtet Nicole Roy vom Region­sju­gen­dauss­chuss des
Gew­erkschafts­bun­des bei: “Wenn die Jugend in unser­er Region keine Chance
hat, hier vernün­ftig zu leben, keine Freiräume bekommt, um ihre
Inter­essen auszuleben, dann wer­den noch mehr abwan­dern.” Und so erklärt
auch Thomas Bulows­ki: “Wir wollen zeigen, dass es Sinn ergibt, sich für
seine Ziele und Träume einzusetzen.” 

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