25. April 2003 · Quelle: MOZ

Schipkau weiht jüdische Grabstätte ein

Schip­kau (ddp-lbg). Im süd­bran­den­bur­gis­chen Schip­kau wird am Fre­itag (11.00 Uhr) eine jüdis­che Grab­stätte eingewei­ht. Damit gedenkt die Gemeinde 51
jüdis­chen Men­schen, die 1945 in den let­zten Kriegsta­gen bei dem so genan­nten
Ver­lore­nen Trans­port ums Leben gekom­men waren. Die Zer­e­monie werde still und
andächtig, aber den­noch öffentlich sein, sagte ein Sprech­er der Gemeinde am
Don­ner­stag. Zu der Ver­anstal­tung wer­den unter anderen Vertreter des
Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land sowie der Jüdis­chen Gemein­den in Berlin
und Bran­den­burg erwartet.

Der «Ver­lorene Trans­port» war im April 1945 der let­zte von drei Zügen, die
Häftlinge vom KZ Bergen-Belsen nach There­sien­stadt brin­gen soll­ten. Auf der
Fahrt erkrank­ten zahlre­iche Men­schen an Fleck­ty­phus. Die durch die Krankheit
oder Erschöp­fung ver­stor­be­nen Men­schen wur­den von der SS aus den Zügen
geholt und an der Strecke not­dürftig begraben. Am 18. April fuhr der
«Ver­lorene Trans­port» von Lübben über Sen­ften­berg nach Schip­kau.

Dort stand der Zug zwei Tage, bevor er in Rich­tung Fin­ster­walde weit­er fuhr.
Während der Zeit in Schip­kau star­ben 51 jüdis­che Häftlinge, sie wur­den
unweit des Ortes beerdigt. Am 23. April wur­den die über­leben­den Insassen des
Zuges bei Tröb­itz von Trup­pen der sow­jetis­chen Armee befre­it. Der Zug hat­te
bis dahin sieben Mal gehal­ten. An jed­er dieser Grab­stellen gibt es
mit­tler­weile Gedenkstät­ten.

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