15. Juni 2004 · Quelle: LR

Schlägerei führte zum Festabbruch

Schon beim Ein­parken auf dem Park­platz neben dem Prösen­er Jugend­club gle­ich
hin­ter der Gast­stätte “Cen­tral” war am Sam­sta­gnach­mit­tag die gedrück­te
Stim­mung bei den jun­gen Leuten augen­schein­lich. Hier waren diese weit davon
ent­fer­nt, ihr alljährlich­es Som­mer­fest zu feiern. Ein Fest, für das die
Prösen­er Jugendlichen in der Region bekan­nt sind. Schaf­fen sie es doch jedes
Mal mit viel Fleiß und Ideen­re­ich­tum, ein tolles Pro­gramm völ­lig
eigen­ständig auf die Beine zu stellen und damit viele Jugendliche
anzu­lock­en.

Let­zteres sollte dem 30 Mit­glieder zäh­len­den Club an diesem Woch­enende zum
Ver­häng­nis wer­den, denn das Som­mer­fest musste schw­eren Herzens abge­sagt
wer­den. Damit wur­den alle Mühen der Vor­bere­itung zunichte gemacht.

“Unsere Ord­ner haben ver­sucht, die Sache in den Griff zu bekom­men, aber es
gelang nicht”, sagt der sichtlich betrof­fene Jugend­clubchef Jens Ruprich,
während er und weit­ere Club­mit­glieder mit Abbau- und Aufräu­mar­beit­en
beschäftigt sind.

Auf der Bühne hat­te am Sam­stag­mor­gen gegen 1.30 Uhr eine wüste Schlägerei
begonnen und schien immer mehr zu eskalieren. Mehrere Jugend­club­mit­glieder
sowie die Jugend­ko­or­di­na­torin der Gemeinde Röder­land, Stef­fi Schus­ter, sahen
keine andere Möglichkeit mehr — und alarmierten mit ihren Handys die
Polizei.

“Die rück­te gle­ich mit sechs Streifen­wa­gen an. Auch ein Ret­tungswa­gen war
vor Ort, um eine ver­let­zte Per­son ins Kranken­haus zu brin­gen”, schildert
Jens Ruprich das Geschehen.

Wer let­zendlich die Prügelei ange­fan­gen habe, so Stef­fi Schus­ter gegenüber
der RUNDSCHAU, sei schw­er zu sagen. Bei allen Beteiligten sei Alko­hol im
Spiel gewe­sen. Offen­bar habe es eine Auseinan­der­set­zung zwis­chen
rechts­gerichteten Jugendlichen und rus­s­land­deutschen jun­gen Män­nern aus dem
benach­barten Gröditz gegeben. «Wer nun wen provoziert oder zuerst
zugeschla­gen hat, weiß kein­er so richtig» , so die Jugend­ko­or­di­na­torin. Der
ver­let­zt abtrans­portierte Jugendliche sei zwar ein Prösen­er gewe­sen, jedoch
kein Mit­glied des Jugend­clubs.

Sich als Kon­se­quenz der Schlägerei für den kom­plet­ten Abbruch des
dre­itägi­gen Som­mer­festes zu entschei­den, sei das Ergeb­nis ein­er Beratung mit
der Polizei und dem Ord­nungsamt der Gemeinde. Man sei sich dabei der
Tat­sache bewusst gewe­sen, dass damit nicht nur die wochen­lan­gen Bemühun­gen
der Jugend­club­mit­glieder zur Vor­bereirung des Som­mer­festes umson­st gewe­sen
sind, son­dern es auch zu finanziellen Kon­se­quen­zen für den Club führen wird,
da einige Pro­gramm­punk­te fest gebucht waren.

«Son­ntag sollte die Band Chmel­li ein Konz­ert geben. Wir kon­nten mit ihr
vere­in­baren, dass zu einem späteren Zeit­punkt das Konz­ert im Rah­men ein­er
geschlosse­nen Ver­anstal­tung in der Gast­stätte Cen­tral nachge­holt wird» ,
so Stef­fi Schus­ter, die noch auf einen weit­eres Kri­teri­um für den Abbruch
des Festes ver­weist: So soll es noch in der besagten Nacht seit­ens einiger
auswär­tiger Gäste Dro­hun­gen gegeben haben, am näch­sten Tag mit noch mehr
Leuten anzurück­en.

«Unsere Ord­nerzahl ist nur begren­zt, das Risiko ein­er weit­eren Schlägerei
wäre zu groß gewe­sen. Mit Handys ist schließlich heutzu­tage schnell jemand
her­beigerufen, so wie es offen­bar auch schon in der Nacht zum Sam­stag der
Fall gewe­sen sein muss.»

Aus Sicht der Polizei stellt sich der Sachver­halt bish­er wie fol­gt dar: An
der Schlägerei auf der Bühne sollen 12 bis 15 der ins­ge­samt rund 300
Jugendlichen beteiligt gewe­sen sein. Man habe Per­son­alien fest­gestellt,
vor­läu­fig festgenom­men wurde aber nie­mand.

Vier ver­let­zte Per­so­n­en seien ambu­lant behan­delt wor­den. Eine Per­son musste
im Kranken­haus ver­sorgt wer­den. Man sei derzeit noch dabei, zu ermit­teln,
wie es zur Schlägerei gekom­men ist.

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