5. Juni 2012 · Quelle: AR_P//U

Schober und Pecht noch immer etabliert – Vereine hofieren Neonazis

Ein weit­eres mal wird der Neon­azi Mario Schober [1] mit Bild in ein­er Pots­damer Tageszeitung abge­bildet. Ein weit­eres Mal wird die neon­azis­tis­che Gesin­nung Schobers nicht the­ma­tisiert, obwohl mehrere Infor­ma­tio­nen zu seinem Umfeld und seinem Ver­hal­ten bekan­nt sind.[2]

Die Märkische All­ge­meine Zeitung (MAZ) berichtete in ihrer Aus­gabe vom 22. Mai 2012 auf Seite 22 über einen Elfme­ter, den Mario Schober nicht gehal­ten und so einen Sieg für den Vere­in ver­hin­dert hat. Dazu ist ein Bild von ihm abge­druckt.

Während andere Sportvere­ine halb­herzig ver­suchen, neon­azis­tis­che Ten­den­zen in ihren Rei­hen durch einen “Ehrenkodex” zu bekämpfen, und so wenig­stens the­ma­tisieren [3], ver­schließt sich For­tu­na Babels­berg solchen Ansätzen offen­sichtlich voll­ständig. Der Vere­in sicherte zu, dass es “keine Prob­leme dieser Art” bei ihnen gebe. “Recht­sradikalis­mus wird bei uns mit Sicher­heit nicht geduldet” war ein Tenor. Dass Mario Schober trotz­dem als Tor­wart spie­len kann, kon­terkari­ert diese Aus­sage und zeigt die offen­sichtliche Akzep­tanz von Neon­azis im Vere­in. Sowohl Spiel­er, als auch Funk­tionäre, scheinen sich nicht an Schober und sein­er poli­tis­chen Ein­stel­lung zu stören.Auch der Cheer­lead­ing Vere­in “PCV Pots­dam Pan­thers e.V.” äußerte sich ähn­lich und leugnete eine Zuge­hörigkeit Schobers zur neon­azis­tis­chen Szene.[4]
For­tu­na Babels­berg sorgt weit­er­hin, eben­so wie die “Pots­dam Pan­thers”, für eine schle­ichen­den Nor­mal­isierung von men­schen­ver­ach­t­en­dem Denken und Han­deln im All­t­ag.
Lediglich der Rug­byvere­in “USV Pots­dam” äußerte sich über seinen Press­esprech­er in ein­er halb-öffentlichen Erk­lärung in einem Rug­by-Inter­net­fo­rum selb­st­ständig zur The­matik. Dem­nach sei Schober schon min­destens zehn Jahre nicht mehr Mit­glied des Vere­ins und eine “rechte Gesin­nung” werde “auf keinen Fall […] toleriert und jeglich­es Gedankengut dieser Art sofort im Keim erstickt.” [5]

Offen­sichtlich ist die MAZ nicht in der Lage, andere Medi­en zur Recherche zu nutzen oder öffentliche Debat­ten in ihre Berichter­stat­tung einzubeziehen. Das The­ma “Schober” und all­ge­mein “Neon­azis im Sport” wurde von ver­schiede­nen Stellen disku­tiert. [6] Das hin­dert die MAZ augen­schein­lich nicht daran, über einen bekan­nten Neon­azi wohlwol­lend zu bericht­en.

Auch der Neon­azi Thomas Pecht, der im Fußbal­lvere­in “Ein­tra­cht 90 Babels­berg” spielt [7], wird noch immer toleriert und bestre­it­et für den Vere­in weit­er­hin als Stürmer Spiele. Nach der Veröf­fentlichung über Pecht reagierte der Vere­in, indem er sich einem “Ehrenkodex gegen Neon­azis” verpflichtete und auf der Web­site des Vere­ins Fotos des Män­ner-Teams ohne Thomas Pecht veröf­fentlichte. Die Spiel­er hal­ten darauf ein Trans­par­ent mit der Auf­schrift “gegen Frem­den­feindlichkeit, Gewalt und Recht­sex­trem­is­mus”. Das Fehlen Pechts soll hier­bei seinen Auss­chluss sug­gerieren. Der Vere­insvor­sitzende Markus Mey­er äußerte sich mit “Für solch­es Gedankengut ist bei uns kein Platz” und will “solche Sportler” aus dem Vere­in werfen.[8] Geschehen ist dies offen­bar nicht. In einem Fußball­fo­rum ist zu lesen, dass Pecht am 6. Mai 2012 bei einem Spiel gegen “For­tu­na Babels­berg III” und am 20. Mai 2012 gegen “Juven­tas Crew Alpha II” ein Tor schoss [9]. Auch auf den Spielfo­tos die regelmäßig auf der Web­site von “Ein­tra­cht 90? nach den Spie­len veröf­fentlicht wer­den, ist Thomas Pecht regelmäßig zu find­en, beispiel­sweise am 13. Mai nach einem Tor gegen den “FSV Babels­berg 74 III”[10]. Eben­so ist auf der Seite des 2. Män­ner-Teams Thomas Pecht noch immer im Team-Foto abge­bildet. Eine deut­liche Dis­tanzierung, wie in einem Artikel der Pots­damer Neusten Nachricht­en ver­sprochen, ist nicht erkennbar. [11]

Der erwäh­nte “Ehrenkodex” für Sportvere­ine ist oft nur eine leere Phrase. Lei­der ver­steck­en sich Funk­tionäre und Sportler gerne hin­ter diesem Kodex, um jed­wede Kri­tik zu ignori­eren. So kann ein “Ehrenkodex” eben­falls gegen Men­schen aus­gelegt wer­den, welche sich gegen die Dul­dung von neon­azis­tis­chen Ten­den­zen in Sportvere­inen wehren, und die Ent­poli­tisierung des Sports vorantreiben. Das ist jedoch genau der Nährbo­den auf dem Sportler wie Thomas Pecht und Mario Schober Jahrzehnte lang geduldet wur­den und wer­den. Wir fordern eine ern­sthafte, inhaltliche Auseinan­der­set­zung und klare Abgren­zung zu neon­azis­tis­chem Gedankengut.

[1] http://arpu.blogsport.eu/2012/02/20/cheer-for-ns-potsdamer-neonazi-mario-schober/
[2] siehe [1] und http://arpu.blogsport.eu/2012/02/22/neonazi-mario-schober-mehr-als-unglaubwurdig-verein-verharmlosend/
[3] http://www.pnn.de/potsdam/642628/
[4] http://www.pnn.de/potsdam/625571/
[5] http://www.totalrugby.de/component/option,com_fireboard/Itemid,31/func,view/id,7304/catid,46/#7304
[6] “Pots­dam beken­nt Farbe”: http://www.pnn.de/potsdam/628267/; Lan­dess­port­bund: http://www.pnn.de/potsdam/628546/; Stadt­sport­bund: http://www.pnn.de/potsdam/642628/
[7] http://arpu.blogsport.eu/2012/03/27/thomas-pecht-volkssport-fur-die-volksgemeinschaft/
[8] http://eintracht90.de/Positionierung.html und http://www.pnn.de/potsdam/642628/
[9] http://www.forum-hvl-mitte.de/index.php?page=Thread&postID=13664#post13664 und http://www.forum-hvl-mitte.de/index.php?page=Thread&postID=14030#post14030
[10] http://eintracht90.de/Bilder/Foto%202111226.7.jpg
[11] siehe [3]

 

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