26. Dezember 2004 · Quelle: MOZ

Schönbohm warnt vor Verharmlosung von Drogen

Pots­dam (dpa) Innen­min­is­ter Jörg Schön­bohm (CDU) hat wegen der zunehmenden Rauschgiftkrim­i­nal­ität im Land Bran­den­burg vor ein­er Ver­harm­lo­sung von Dro­gen gewarnt. “Die Hemm­schwellen dür­fen nicht länger durch dümm­liche Entkrim­i­nal­isierungs­de­bat­ten gesenkt wer­den”, sagte Schön­bohm am Fre­itag der dpa. “Wer Dro­genbe­sitz als Bagatelle ver­harm­lost, gefährdet das Leben unser­er Kinder.” Zudem werde dadurch die Organ­isierte Krim­i­nal­ität gefördert. “Rauschgifthandel ist eines der lukra­tivsten Betä­ti­gungs­felder dieser inter­na­tionalen Krim­inellen.”

In den ersten elf Monat­en des Jahres zählte die Polizei wie im Vor­jahreszeitraum sieben Dro­gen­tote. Zugle­ich stieg die Rauschgiftkrim­i­nal­ität um 16,8 Prozent auf 6149 Fälle (+ 886). Vor allem Han­del und Schmuggel nah­men zu (+ 32,2 Prozent). In dem Zeitraum wur­den 5180 Tatverdächtige reg­istri­ert, 623 mehr als im Vor­jahreszeitraum.

Erschreck­end sei, dass immer Jugendliche als Rauschgiftkon­sumenten und Deal­er auffie­len, sagte Schön­bohm. Unter den Tatverdächti­gen war der Anstieg bei den Jugendlichen zwis­chen 14 und 18 Jahren von 1456 auf 1691 beson­ders deut­lich. 14 der Tatverdächti­gen Deal­er oder Schmug­gler waren zwis­chen 6 und 14 Jahre alt. Im Vor­jahreszeitraum waren es nur sechs gewe­sen. Bei den 14 bis 18-Jähri­gen stieg die Zahl von 194 auf 279.

Von Jan­u­ar bis Novem­ber stell­ten Polizei und Zoll in Bran­den­burg 66,6 Kilo­gramm Cannabiskraut (+ 42,5 Kilo­gramm), 6984 Cannabispflanzen (+ 494), 18,3 Kilo­gramm Kokain (+ 16,5 Kilo­gramm) und mehr als 12,5 Kilo­gramm Amphet­a­mine (Aufputschmittel/+ 8,3 Kilo­gramm) sich­er.

“Die höhere Zahl von aufgedeck­ten Rauschgift­de­lik­ten ist auch ein Beleg der erfol­gre­ichen Arbeit unser­er Polizei. Das Dunkelfeld wird allmäh­lich aufge­hellt”, sagte Schön­bohm. “Um ger­ade auch junge Men­schen vor den Fol­gen des Dro­genkon­sums zu schützen, wer­den wir den Rauschgifthandel weit­er scharf ver­fol­gen.” Es han­dle sich aber um eine gesamt­ge­sellschaftliche Auf­gabe. “Eltern, aber auch die Schulen sind gefordert, hier mas­siv gegen­zus­teuern.”

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