26. März 2003 · Quelle: Von Unten

Schülerstreik, Demos, Blockaden, Rangeleien

Wie in zahlre­ichen anderen Städten auch, gab es am Fre­itag um 11.00 Uhr in Pots­dam eine SchülerDe­mo gegen den Krieg. Etwa 3500 Leute kamen let­ztlich zusam­men. Das war zumin­d­est mehr als bei der gestri­gen Schülerdemo(etwa 1500 Leute) und der gestri­gen Tag‑X Demo(etwa 3000 Leute). Haupt­säch­lich waren es heute streik­ende Schüler, aber auch viele son­stige Pots­damer beteiligten sich geplant oder auch spon­tan an der heuti­gen Demon­stra­tion. Die Demo war äusserst zügig unter­wegs, was mehrere spon­tane Routenän­derun­gen ermöglichte! Die Polizei war mit erstaunlich wenig Beamten vor Ort, und ver­suchte mehrfach verge­blich die Demo aufzuhal­ten, umzuleit­en oder auf bes­timmte Straßen­ab­schnitte einzuen­gen. Die zweifel­hafte Parole “USA — Inter­nati­nale Völk­er­mordzen­trale” war lei­der bes­tim­mend, wobei das reflex­hafte “Nazis Raus” rufen gewiss­er Leute auch daneben war. (Es waren eben 8–14 jährige Schüler, haben wir nicht alle im Lauf der Zeit dazugel­ernt? Geste­hen wir dieses Recht doch bitte auch den ganz jun­gen zu.) 

Anson­sten gab es natür­lich auch viel pos­i­tives, viele selb­st­ge­malte Plakate und einige Transparente.
Als die Demo schliesslich doch endlich ihren End­punkt erre­icht hatte,
weigerten sich einige hun­dert Demoteil­nehmer die Straße zu ver­lassen. Die Polizei ver­suchte anfangs sehr zaghaft, mit Argu­menten wie “Wir sind doch auch gegen den Krieg” die Leute zum gehen zu bewe­gen. Da kaum jemand der Auf­forderung die Straße zu ver­lassen nachkam wurde die Polizei zunehmend rabi­ater. Dies führte jedoch dazu, daß zahlre­iche Leute den Lau­ti auf dem Abschlusskundge­bungsplatz ein­fach Lau­ti sein liessen, und nun eben­falls die Straße betrat­en. Es erschollen Rufe “Hin­set­zen, Hin­set­zen”, worauf sich tat­säch­lich viele bei kühlen 4 Grad auf den Boden set­zten. Mit­ten­drin war fol­gen­des Tran­spi zu sehen; “Ulti­ma­tum an die Bun­desregierung — Sper­rt den Luftraum son­st sper­ren wir die Auto­bahn”. Ins­ge­samt dauerte es über eine Stunde um die beset­zte Kreuzung Am Kanal/Friedrich- Ebert- Straße zu räu­men, was einige Rangeleien und ein lustiges Katz und Maus Spiel zur Folge hat­te. Unschön waren die Leute mit den Mega­fo­nen, welche die Block­ier­er unbe­d­ingt von der Straße haben woll­ten. Anson­sten bleibt mir nur festzustellen, daß die Stim­mung heute aus­ge­sprochen gut, am Ende sog­ar kämpferisch, und die Res­o­nanz von Pas­san­ten äusserst pos­i­tiv war. Einige blieben gle­ich vor Ort um die eben­falls heute stat­tfind­ende Demo “Nie wieder Krieg, nie wieder Preußen, nie wieder Faschis­mus — Gegen den Wieder­auf­bau der Gar­nisonkirche” zu besuchen. Doch das wird eine andere Geschichte…

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