22. Oktober 2003 · Quelle: Grüne

Schulschwänzer durch fesselnden Unterricht zurückholen

Schulschwänz­er durch fes­sel­nden Unter­richt zurück­holen, nicht durch Fußfes­seln

VOGT: Schön­bohms fin­stere Gedanken­spiele zie­len erneut auf recht­en Rand / Ange­bot in
Schulen muss verbessert wer­den

Zu dem Vorschlag von Bran­den­burgs Innen­min­is­ter Jörg Schön­bohm, krim­inelle
Schulschwänz­er mit elek­tro­n­is­chen Fußfes­seln zu diszi­plin­ieren sagt der
Lan­desvor­sitzende von BÜNDNIS 90/Die Grü­nen, ROLAND VOGT:

“Mit seinem absur­den Vorschlag zeigt Schön­bohm kurz vor der Kom­mu­nal­wahl wieder
ein­mal beein­druck­end, welche Pri­or­itäten er set­zt. Ein Prob­lem von Schulen,
Schü­lerIn­nen und Eltern soll durch Bestra­fung und die Polizei gelöst wer­den. Die
Ursachen der Mis­ere lässt Schön­bohm außen vor. Darum geht es ihm auch gar nicht.
Denn Schön­bohms Äußerun­gen sind schlimm­ster Pop­ulis­mus. Sein fin­ster­er Vorschlag
soll Äng­ste und mar­tialis­che Instink­te poten­zieller CDU-Wäh­ler am recht­en Rand
ansprechen, um wenige Tage vor der Kom­mu­nal­wahl dort noch ein paar Stim­men zu
gewin­nen. Kom­pe­tenz im Bil­dungswe­sen sieht anders aus.

BÜNDNIS 90/Die Grü­nen weisen der­ar­tige Gedanken­spiele entsch­ieden zurück. Wir wollen
Schulschwänz­er in Bran­den­burg durch einen fes­sel­nden Unter­richt zurück in die
Schulen holen und nicht durch Fußfes­seln. In erster Lin­ie müssen das Ange­bot der
Schulen, die Qual­ität des Unter­richts verbessert wer­den. Auf das Prob­lem der
Schul­ver­weigerung sind zudem päd­a­gogis­che Antworten nötig. Die Zusam­me­nar­beit von
Schulen, Schü­lerin­nen und Schüler, Eltern und Jugend­hil­fe — wie sie an eini­gen
bran­den­bur­gis­chen Schulen prak­tiziert wird — ist ein Weg.

Die Schü­lerin­nen und Schüler brauchen einen hochw­er­ti­gen Unter­richt, angemessene
Klassen­fre­quen­zen und gut aus­ge­bildete LehrerIn­nen. Die Lehrkräfte müssen zu ein­er
indi­vidu­ell fördern­den Päd­a­gogik befähigt wer­den. Die Schü­lerin­nen und Schüler
müssen spüren, dass sie gewollt sind und nicht in “Ver­wahranstal­ten” ihre Zeit
absitzen. Wir appel­lieren zudem an die Schul­träger, das Förder­pro­gramm der
Bun­desregierung zum Aus­bau der Ganz­tages­be­treu­ung zu nutzen. Ganz­tagss­chulen sich­ern
die Vere­in­barkeit von Erwerb­stätigkeit und Fam­i­lie und leis­ten auch einen Beitrag
zum Abbau sozialer Benachteili­gung.”

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