13. Juni 2003 · Quelle: JDJL

Schwuchteln, Affen, Nigger — Sprachgebrauch bei der LESE

Die LESE, die Lan­de­sein­satzein­heit Bran­den­burg, ist bere­its mehr als einmal
durch Belei­di­gun­gen gegenüber ver­meintlichen oder tat­säch­lichen Linken in
Erschei­n­ung getreten. Beschimp­fun­gen von Jugendlichen als “Zeck­en” sind
bere­its Gegen­stand von Gerichtsver­fahren gewe­sen. Die Beamten der LESE
scheint dies allerd­ings nicht weit­er beein­druckt zu haben. 

Am
Pfin­gst­woch­enende war die LESE aus Anlass des Anti­ras­sis­tis­chen Pfingstcamps
der JungdemokratInnen/Junge Linke in Eisen­hüt­ten­stadt im Ein­satz. Bereits
die erste Begeg­nung war auf­schlußre­ich. Obwohl mit der Polizei im
Vorge­spräch vere­in­bart wurde, dass keine Polizeifahrzeuge über den Platz
fahren soll­ten, fuhren die Beamten der LESE mor­gens um neun Uhr mit zwei
Ein­satzwa­gen direkt an den Zel­ten der Teil­nehmerIn­nen vor­bei. Einem
Vertreter der Ver­anstal­terIn­nen, der die Beamten bat, nicht mit den
Fahrzeu­gen über den Platz zu fahren, wurde knapp mit einem “Ver­piss dich Du
Affe” geant­wortet. Als dieser dann neben einem der Fahrzeuge einherlief
hörte dieser die Worte: “Hier sind ja Nig­ger auf dem Platz”. Der
Ein­sat­zleit­er, welch­er sich im sel­ben Fahrzeug befand, duldete diesen
Ausfall. 

Bei ein­er Kundge­bung an der Anschiebe­haf­tanstalt am Nach­mit­tag gab es
erneuten Kon­takt mit den Polizis­ten der LESE. Während der Kundge­bung wurden
einzelne Teil­nehmerIn­nen als Schwuchteln beze­ich­net, ein Beamter deutete an:
“Wir kom­men heut nacht um drei wieder.” Einem weit­eren Teil­nehmer wurde
damit gedro­ht, dass er “aufs Maul kriegt”, wenn er weit­er fotografieren
würde. Andere Beamte der LESE unter­hiel­ten sich der­weil mit Anwohn­ern, die
sich durch die Kundge­bung in ihrer Woch­enen­druhe gestört fühlten. Man
unter­hielt sich abfäl­lig über die “Knast­brüder” — gemeint waren die in
Abschiebe­haft sitzen­den, eben­so wie die die gegen den Abschiebeknast
demonstrierten.

Einige der Teil­nehmerIn­nen haben Strafanzeige gestellt. Ob sich die Beamten
dadurch beein­druck­en lassen, ist fraglich. Abge­se­hen davon wird eine
Iden­ti­fizierung der Beamten schw­er fall­en: Die meis­ten von ihnen sahen sich
sehr ähn­lich: bul­liger Kör­per­bau, “Fast-Glatze”, um die 25 Jahre alt. 

JDJL Bran­den­burg


(Infori­ot) Mehr zum Pfin­gst­camp hier.

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