2. April 2003 · Quelle: MAZ

Schwulenfeindlicher Pfarrer

Leser­brief zum MAZ-Bericht “Homo­sex­u­al­ität ist nicht abnorm”

Bitte Zurück­hal­tender

Sehr geehrter Herr Super­in­ten­dent Lohmann! Sicher­lich haben sie mit Wider­spruch gerech­net, nach­dem sie sich öffetnlich äußerten.

Warum haben sie in ihren Aus­führun­gen nichts zu den präg­nan­ten Worten in der Bibel gesagt, die die Prax­is der Homo­sex­u­al­ität (nicht: den/die homo­sex­uellen Men­schen) beschreiben als “wider den Willen Gottes”? Wenn das Wort Gottes nicht mehr ernst genom­men wird, ist das keine The­olo­gie mehr.

Als Super­in­ten­dent vertreten sie die Evan­ge­lis­che Kirche im Kirchenkreis Witt­stock-Rup­pin. Hat sich ihre Kirche von der The­olo­gie ver­ab­schiedet? Tauschen sie die Wahrheit der Bibel mit Mei­n­un­gen des Zeit­geistes aus? Und wann sind andere Aus­sagen der Bibel “dran”, die sie nicht mehr ernst nehmen, nur weil sie ihnen nicht gefall­en? Wenn die Wahrheit im Namen der Tol­er­anz angepasst wird, wo bleiben dann die (christlichen) Maßstäbe?

Passt sich ihre Kirche dem Denken der Gesellschaft an oder ver­ste­ht sie sich — im Auf­trage Gottes — als Kor­rek­tiv der Gesellschaft? Die Mei­n­un­gen über Homo­sex­u­al­ität gehen sowohl bei “Men­schen wie du und ich” als auch in den Human­wis­senschaften weit auseinander.

Da ist es ange­bracht, zurück­hal­tender zu for­mulieren, als sie es getan haben. Und darüber hin­aus weiß ich aus mein­er seel­sorg­erischen Prax­is (und ent­nehme dies auch der Bibel), dass viele homo­sex­uelle Men­schen sehr unter ihrem Sosein lei­den und hier­von — mit Gottes Hil­fe — befre­it wer­den kön­nen und werden. 


Dieter Begaße

Pas­tor der evang.-method. Kirche Neuruppin/Kyritz

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