21. Februar 2007 · Quelle: PNN

Sie beschimpften mich als ‚dreckigen Nigger‘ “

(Hen­ri Kramer)Nach dem Angriff auf einen dunkel­häuti­gen Pots­damer in der Nacht zum Sam­stag hat gestern das Opfer gegenüber den PNN dazu Stel­lung genom­men. Der 22-Jährige F. L., der seinen vollen Namen nicht nen­nen wollte, war in der Nacht zum Sam­stag nach ein­er Rangelei unter zwei Jugend­grup­pen geschla­gen, getreten und mit den Worten „Scheiß Nig­ger“ beschimpft wor­den. L. war dabei leicht am Bein ver­let­zt wor­den. Er bestritt die Darstel­lung der Polizei, Mit­glied der linken Szene zu sein. Eben­so sei es aus sein­er Sicht nicht zutr­e­f­fend, dass die mut­maßlichen Täter der recht­en Szene zuzuord­nen seien, so L. Allerd­ings sieht das Opfer keinen frem­den­feindlichen Hin­ter­grund der Tat: „Zwar beschimpften sie mich als ’dreck­i­gen Nig­ger’, aber dies ist mein­er Mei­n­ung nach heutzu­tage nicht ungewöhhn­lich in Deutsch­land.“ Sein­er Ein­schätzung nach han­dele es sich bei den Tätern eher um junge Her­anwach­sende, die angetrunk­en gewe­sen seien und sich zu viert „ein­fach stark fühlten.“

Nach eige­nen Angaben habe er sich ger­ade auf der Lan­gen Brücke auf dem Weg vom Club „Archiv“ in der Leipziger Straße ins „Spar­ta­cus“ in der Schlossstraße befun­den als seine Gruppe auf die späteren Tatverdächti­gen traf. „Ein­er rem­pelte eine Fre­undin heftig an“, so L. In der Folge sei es zu gegen­seit­i­gen Pöbeleien gekom­men. Es habe aber keinen Grund gegeben, „gle­ich so auszuras­ten“. Als sich L.s Gruppe bere­its ent­fer­nt hätte, seien die Verdächti­gen plöt­zlich hin­ter ihnen herg­er­an­nt. „Die hat­ten sich­er zu viel Dro­gen oder Alko­hol getrunk­en, so aggres­siv wie sie waren.“ Er habe, so der 22-Jährige, einen Stoß in den Rück­en erhal­ten, weit­ere Tritte seien gefol­gt, als er er auf dem Boden lag. Danach hät­ten sich die Jugendlichen „seinem Kumpel“ zugewen­det. Später seien Gäste und Per­son­al aus dem „Spar­ta­cus“ zu Hil­fe gekom­men.

Die Polizei betonte gestern, dass es sich bei dem Angriff um keine ziel­gerichtete Attacke gehan­delt habe. Dies sagte der Sprech­er des Polizeiprä­sid­i­ums, Rudi Son­ntag. Bei­de Grup­pen seien mit ein bis zwei Promille je Per­son alko­holisiert gewe­sen. Die Festgenomme­nen seien der Polizei nicht als Anhänger der recht­en Szene, aber wegen anderen Gewalt­tat­en bekan­nt. Es werde wegen gefährlich­er Kör­per­ver­let­zung und Volksver­het­zung ermit­telt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Der Flüchtlingsrat Bran­den­burg, Jugendliche ohne Gren­zen und die Flüchtlings­ber­atung des Ev. Kirchenkreis­es Oberes Havel­land kri­tisieren die Unter­bringungspoli­tik im Land­kreis Ober­hav­el.
PRO ASYL und Flüchtlingsrat Bran­den­burg fordern: Ein­satz für die Rechte von Flüchtlin­gen bedeutet klare Kante gegen Recht­sradikalis­mus und Ras­sis­mus
Pots­dam – Unter dem Mot­to „SOS an den EU-Außen­gren­zen! Pots­dam – ein sicher­er Hafen!?“ laden Ini­tia­tiv­en anlässlich des „Tag des Flüchtlings“ am 27.09.2019 zu einem Aktion­stag ein.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot