17. Januar 2003 · Quelle: Märkische Allgemeine

Sieben Jahre Gefängnis für EX-DVU-Mann

POTSDAM Das Landgericht Pots­dam hat gestern den früheren DVU-Land­tagskan­di­dat­en Andreas G. aus Bran­den­burg wegen ver­sucht­en Totschlags, gefährlich­er Kör­per­ver­let­zung und Nöti­gung zu sieben Jahren Haft verurteilt. Damit fol­gte die 1. Große Strafkam­mer größ­ten­teils dem Antrag von Recht­san­walt Klaus Schomann und über­traf sog­ar das geforderte Straf­maß der Staat­san­waltschaft.

 

Die Anklage hat­te den Angriff des 32-Jähri­gen gegen seine Ex-Fre­undin als ver­sucht­en Mord aus niedri­gen Beweg­grün­den eingestuft. Staat­san­wältin Kor­nelia Stephan forderte sechs Jahre und drei Monate Haft für G. Recht­san­walt Schomann sah in der Tat dage­gen nur ver­sucht­en Totschlag.

 

Andreas G. hat­te seine Ex-Fre­undin am 24. Juni 2002 so sehr gewürgt, dass diese von her­beistür­menden Polizis­ten wieder­belebt wer­den musste.

 

Tatort war G.s Woh­nung in Bran­den­burg. Seine frühere Fre­undin hat­te ihr Hab und Gut abholen wollen, als der Mann sie von hin­ten anfiel. Nach der Tren­nung zwei Wochen zuvor hat­te sich G. — ein damals fast trock­en­er Alko­ho­lik­er — wieder dem Trinken hingegeben. Die Vertei­di­gung ver­suchte deshalb, das Gericht von ein­er ver­min­derten Schuld­fähigkeit des Mannes zur Tatzeit zu überzeu­gen. So hat­te der Recht­san­walt ein zweites Gutacht­en zu diesem Punkt beantragt, was der Vor­sitzende Richter, Frank Tie­mann, jedoch ablehnte.

 

Wegen der hohen Haft­strafe will Schomann gegen das Urteil Rechtsmit­tel ein­le­gen. Andreas G. hat­te bei den Wahlen 1999 auf dem aus­sicht­slosen Lis­ten­platz 16 der DVU um einen Sitz im Land­tag kan­di­diert.

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