10. Juli 2003 · Quelle: Tagesspiegel

Spätere Abschiebung für Überfall-Opfer?

Pots­dam. Die Aus­län­der­be­hörde in Rathenow will die Abschiebe­frist für den
Asyl­be­wer­ber Ora­bi Mamavi ver­längern, wenn das Land die Kosten für die
Unter­bringung und Verpfle­gung des Mannes während dieser Zeit übern­immt. Das
sagte ein Sprech­er der Behörde gestern dem Tagesspiegel. 

Der 41-jährige Flüchtling aus dem Togo war im Dezem­ber 2002 das Opfer eines
offen­sichtlich ras­sis­tisch motivierten Über­falls gewor­den und sollte noch
vor Prozess­be­ginn abgeschoben wer­den. Nach einem Bericht des Tagesspiegels
hat­te die Staat­san­waltschaft in Pots­dam ein beschle­u­nigtes Verfahren
beantragt und den Prozess­be­ginn auf den 22. Juli 2003 ter­miniert — zwei Tage
vor der beab­sichtigten Abschiebung. Zugle­ich hat­te die Staatsanwaltschaft -
so Sprecherin Sigrid Komor — die Aus­län­der­be­hörde um Auf­schub gebeten. “Mehr
kön­nen wir nicht tun”, sagte Komor. “Es han­delt sich um voneinander
unab­hängige Verfahren.” 

Die bran­den­bur­gis­che “Opfer­per­spek­tive” hat gestern eine Peti­tion für den
Auf­schub der Abschiebung an den Land­tag gerichtet. Sprech­er Kay Wendel
sagte, es sei unglaublich, wenn ras­sis­tis­che Schläger nicht verurteilt
wer­den kön­nten, weil ihre Opfer vorher abgeschoben wurden.

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