19. Februar 2004 · Quelle: ND

Spendenaufruf nach Anschlag auf Imbiss

(ND, Uwe Kalbe, 18.02.04) Nach einem Bran­dan­schlag auf einen Dön­er-Imbiss in einem Ort nahe dem bran­den­bur­gis­chen Sen­ften­berg hat der Vere­in »Opfer­per­spek­tive« zu Spenden aufgerufen. Bei dem Brand war die wirtschaftliche Exis­tenz ein­er türkischen Fam­i­lie zer­stört wor­den.

Betreiber des Imbiss in Hör­litz, einem Ort­steil von Schip­kau, war ein 49-jähriger Fam­i­lien­vater, der nun vor dem Ruin ste­ht. »Wie kann man ein­fach so das Leben von acht Men­schen zer­stören?«, zitiert »Opfer­per­spek­tive« den Mann in ein­er Pressemit­teilung. Für ihn stürzte in jen­er let­zten Nacht im Jan­u­ar mehr als der kleine Imbiss­stand in sich zusam­men. Mehmet Alatas unter­stützt neben seinen bei­den Söh­nen, mit denen er in Hör­litz lebt, vier weit­ere Kinder in der Türkei. Doch noch habe er die Hoff­nung nicht ver­loren. Eine Rei­he von Bürg­ern in dem Ort habe spon­tan geholfen oder Hil­fe angekündigt. Ein Geschäfts­mann wolle ihm gün­stig einen neuen Imbis­s­wa­gen ver­mi­eten, heißt es. Der Bürg­er­meis­ter wandte sich sein­er­seits mit einem Spende­naufruf an die Bürg­er. 4000 Euro braucht der geschädigte Mann für den Neuan­fang, denn so viel kostet eine neue Innenein­rich­tung. Bish­er spendete die Gemeinde bere­its 500 Euro, die örtliche Fil­iale der Sparkasse weit­ere 500 Euro.

Die Täter, zwei 18- beziehungsweise 20-jährige junge Män­ner, kon­nten ermit­telt wer­den. Im Schnee hat­ten sie Spuren hin­ter­lassen, mit Hun­den war ihnen die Polizei gefol­gt. Als sie gefasst waren, bekan­nten sie Aus­län­der­hass als Motiv ihrer Tat. Auf das Kon­to der Täter, von denen ein­er der bei­den in den Augen der Polizei bish­er eine reine Weste hat­te, gehen nun außer dem Imbiss noch zwei beschädigte Autos, die in der Nähe des Kiosks park­ten.
Der Opfer­per­spek­tive-Vere­in macht vor allem auf den Zusam­men­hang dieser Tat mit weit­eren im Land Bran­den­burg aufmerk­sam, die, wenn sie aufgek­lärt wur­den, von meist jugendlichen Recht­sex­trem­is­ten began­gen wur­den. Dies sei bere­its der achte in nur drei Monat­en. Erst am 6.Februar war­fen zwei szenebekan­nte rechte Jugendliche Brand­sätze in Brück in ein Bistro. Sie müssen mit ein­er Anklage wegen ver­sucht­en Mordes rech­nen, weil der Betreiber am Tatort über­nachtet hat­te. Das ret­tete sein Geschäft indes vor der Ver­nich­tung, die Flam­men richteten Sach­schaden an, bevor er sie löschen kon­nte.

Opfer­per­spek­tive e.V., Kto. 3502023041, BLZ 16050000, Stich­wort Hör­litz

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