6. September 2007 · Quelle: Opferperspektive/ Präventionsrat Pritzwalk

Spendenaufruf

Nach dem bru­tal­en Über­fall auf das Lokal »Buenos Aires II« in Pritzwalk
bit­ten der örtliche Präven­tion­srat und die Opfer­per­spek­tive um Spenden
für den tune­sis­chen Wirt.

Am späten Abend des 24. August woll­ten sich Jamel H., Inhab­er des
Restau­rants am Pritzwalk­er Mark­t­platz, und sein Koch ger­ade auf den
Heimweg machen. Sie wur­den vor dem Lokal von zwei jun­gen Männern
angepö­belt: »Ver­schwindet hier!« Das war das Sig­nal für eine größere
Gruppe Rechter, die von der anderen Straßen­seite her auf das Lokal
zustürmte. Sie war­fen mit Beton­plat­ten, Steinen, Son­nen­schir­men nach den
bei­den Tune­siern, die sich in das Lokal ret­ten kon­nten. Die Angreifer
zertrüm­merten Fen­ster­scheiben, rammten die Tür auf, zer­störten Teile der
Ein­rich­tung und stahlen sämtliche Ein­nah­men. Die Polizei hat inzwischen
fünf der Täter aus der regionalen recht­en Szene ermit­telt. Sie hatten
sich vor dem Über­fall mit rechter Musik aufgeputscht.

Erst vor zwei Monat­en war der 32-jährige Tune­si­er von Berlin nach
Pritzwalk umge­zo­gen, wo er mit dem Restau­rant eine neue Exis­tenz gründen
wollte. Glück­licher­weise wurde er bei dem bru­tal­en Über­fall nur leicht
ver­let­zt; die Zer­störun­gen und der Dieb­stahl aber haben ihn
wirtschaftlich schw­er getrof­fen. Ob und in welch­er Höhe der Schaden von
der Ver­sicherung über­nom­men wer­den wird, ist ungek­lärt. Sich­er ist, dass
Jamel H. min­destens die Kosten für das zer­störte Garten­mo­bil­iar tragen
muss.

In den let­zten Tagen haben viele Men­schen ihr Entset­zen über den
bru­tal­en Über­fall zum Aus­druck gebracht. Es darf nicht hingenommen
wer­den, wenn Ras­sis­ten die Geschäfte und Lokale von Migran­tinnen und
Migranten angreifen. Um Jamel H. zu helfen, die materiellen Schäden
auszu­gle­ichen, rufen die Opfer­per­spek­tive und der Pritzwalker
Präven­tion­srat gegen Frem­den­feindlichkeit, Recht­sex­trem­is­mus und Gewalt
alle Bürg­erin­nen und Bürg­er zu Spenden auf.

Jede Unter­stützung in dieser schwieri­gen Lage hil­ft und sie zeigt, dass
rechte Gewalt in der Prig­nitz und in Bran­den­burg nicht geduldet wird.

Pots­dam und Pritzwalk, 6. Sep­tem­ber 2007

Online-Spenden:http://www.opferperspektive.de/Spenden

OPFERPERSPEKTIVE-SPENDENKONTO 3813100
Stich­wort: Pritzwalk
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ: 10020500
BIC: BFSWDE33BER
IBAN: DE34100205000003813100

Spenden sind steuer­lich abset­zbar. Wenn Sie Ihre Anschrift angeben,
erhal­ten Sie eine Spendenquittung.

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