29. März 2007 · Quelle: MAZ

Sprayer zur Rede gestellt

ORANIENBURG “Verärg­ert und wütend” sei sie Sonnabend früh gewe­sen, erzählt die Oranien­burg­erin Annerose Ros­sius. Mit ihrem Dack­el Willi war sie um 7 Uhr wie so oft am Blauen Wun­der in Oranien­burg unter­wegs. Von weit­em sah sie einen jun­gen Mann, der die dor­tige Skat­er­an­lage besprühte. “Ich habe ihn gle­ich sehr wort­stark und laut ange­sprochen”, berichtet die res­olute Frau, die seit län­gerem über die vie­len Schmier­ereien in der Mit­tel­stadt empört ist. Sie solle sich nicht so aufre­gen, die Skat­er­an­lage sei doch kein Pri­vateigen­tum und sowieso schon besprüht, antwortete der Mann. “Dann ist er in aller Ruhe weit­erge­gan­gen, die Sprüh­dose noch in der Hand”, erzählt die Oranienburgerin. 

Ihr reichte es: Sie alarmierte per Handy die Polizei und nahm aus einiger Ent­fer­nung die Ver­fol­gung des Mannes auf. “Er hat mich dann noch ein­mal frech angelacht”, so die Finanzbeamtin. In der Lehnitzs­traße ver­schwand der Mann aus ihrem Blick­feld. Auch die ein­tr­e­f­fend­en Polizis­ten fan­den ihn dort nicht mehr. Sie fuhren die Zeu­g­in nach Hause. Zufäl­lig trafen sie dabei wieder auf den in der Nähe der Kreisver­wal­tung schlen­dern­den jun­gen Mann. Die Polizis­ten kon­nten ihn schließlich stellen. Spuren wur­den gesichert, gegen den auf frisch­er Tat ertappten 18-Jähri­gen wurde ein Ermit­tlungsver­fahren eingeleitet.

Schutzbere­ich­sleit­er Michael Scharf bedank­te sich gestern Vor­mit­tag bei der Oranien­burg­erin mit Blu­men und ein­er CD des Lan­despolizeiorch­esters. Er lobte ihre Zivil­courage. Ger­ade bei der Bekämp­fung des Graf­fi­ti-Prob­lems sei die Polizei auf Hin­weise aus der Bevölkerung angewiesen. “Ich werde auch kün­ftig nicht wegse­hen”, sagte die Zeugin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Sam­stag, 10.07.21, 14:00 Uhr, Oranien­burg: Dieses Jahr jährt sich der Todestag von Erich Müh­sam zum 87ten Mal. Er wurde 1934 im KZ Oranien­burg von Faschis­ten grausam gefoltert und ermordet.
Gün­ter Morsch Gün­ter Morsch und der Kampf gegen den Recht­sex­trem­is­mus: Der His­torik­er hat die Gedenkstätte und Muse­um Sach­sen­hausen geleitet.
Am 15. und 22. Sep­tem­ber fand ein Prozess am Amts­gericht Oranien­burg statt, bei dem ein ras­sis­tisch motiviert­er Angriff auf einen Paket­boten aus dem Sep­tem­ber ver­gan­genen Jahres ver­han­delt wurde. Das Gericht sah es als erwiesen an, …

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot