27. Juni 2004 · Quelle: LR

Spremberger CDU-Chef Höhna verteidigt Buch von Kottwitz

(LR, 25.06.) Der Sprem­berg­er CDU-Vor­sitzende Hel­mut Höh­na hat jede Kri­tik an
heimat­geschichtlichen Veröf­fentlichun­gen des christ­demokratis­chen
Land­tagskan­di­dat­en Andreas Kot­twitz zurück­gewiesen. Er selb­st, so Höh­na,
besitze seit Jahren ein Exem­plar des Kot­twitz-Buch­es «Sprem­berg ist
Frontstadt» mit ein­er per­sön­lichen Wid­mung von Alt­bürg­er­meis­ter Egon Wochatz
und könne an dieser Veröf­fentlichung nichts Kri­tik­würdi­ges find­en.

Dass dem Buch ein Zitat des als Kriegsver­brech­er verurteil­ten
Reichs­fi­nanzmin­is­ters Graf Schw­erin von Krosigk vor­angestellt ist, ist für
ihn kein Prob­lem: «Das Zitat an sich ist in Ord­nung, ich habe mich nicht
dafür inter­essiert, von wem das ist.»

Dass Kot­twitz auch bei ein­er Veröf­fentlichung im Heimatkalen­der 1997 nur in
ein­er kleinen Fußnote auf die Rolle von Ernst Otto Remer bei der
Nieder­schla­gung des Stauf­fen­berg-Putsches 1944 und in der recht­sradikalen
Szene der Bun­desre­pub­lik hin­wies, sieht Höh­na eben­falls unkri­tisch: «Das ist
Sache des Autors, festzule­gen, was ihm wichtig ist.» Remer war ein­er der
drei mil­itärischen Führer der Schlacht im April 1945 bei Sprem­berg und nach
dem Krieg ein berüchtigter Alt­nazi, der in recht­sradikalen Kreisen bis heute
verehrt wird.

Der Volks­bund Deutsche Kriegs­gräber­für­sorge hat inzwis­chen auf
RUND­SCHAU-Anfrage klargestellt, dass er kein­er­lei Kon­tak­te zu
Vet­er­a­nen­ver­bän­den der Waf­fen-SS oder ander­er Ein­heit­en unter­hält. «Wir
bet­ten Tote, die gefun­den wer­den um, erhal­ten die Sol­daten­gräber und geben
auf Anfrage Auskün­fte, mehr nicht» , sagt Friede­mann Döring,
Abteilungsleit­er in der Bun­des­geschäftsstelle des Ver­ban­des. «Wir besuchen
keine Ver­anstal­tun­gen von Tra­di­tionsver­bän­den.» Dem Volks­bund gin­ge es
auss­chließlich um mah­nen­des Gedenken, nicht um Ehrung und Würdi­gung
irgendwelch­er Kämpfer.

Egon Wochatz, Alt­bürg­er­meis­ter und CDU-Frak­tion­schef Spree-Neiße, hat­te
seine mas­siv kri­tisierte Teil­nahme an Tre­f­fen von Vet­er­a­nen der
Waf­fen-SS-Divi­sion «Frunds­berg» in Sprem­berg mit sein­er Arbeit für den
Volks­bund begrün­det.

So hat­te er sich auch gegenüber dem CDU-Kreisvor­stand erk­lärt. Hart­mut
Höh­na, der als Sprem­berg­er CDU-Ortsver­bandsvor­sitzen­der bei der Sitzung zu
Gast gewe­sen war, stellte sich nach dieser Erk­lärung hin­ter Wochatz. Man
habe allerd­ings mit Wochatz dur­chaus scharf disku­tiert. «Er hat von sich aus
gesagt, dass er an solchen Tre­f­fen nicht mehr teil­nehmen wird. Er hat einen
Fehler gemacht, und das hat er auch einge­se­hen» , so Höh­na gegenüber der
RUNDSCHAU. «Wenn er ver­sichert, dass die Kon­tak­te zu der Frunds­berg-Gruppe
auf seine Funk­tion als Vor­stand im Volks­bund Deutsche Kriegs­gräber­für­sorge
zurück­zuführen sind, dann glaube ich ihm das. Ich akzep­tiere seine
Erk­lärung, und wenn das so ist, wie er sagt, dann ist er für mich weit­er­hin
der Mann, der die Kreistags-Frak­tion führen sollte.»

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