8. Juli 2005 · Quelle: MOZ

Spucki-Plage auf Verkehrsschildern

Fürsten­walde (MOZ) Sie wer­ben für Dis­cotheken, poli­tis­che Parteien oder
Parolen: kleine Aufk­le­ber, so genan­nte Spuck­is. Da sie — vor allem von
Jugendlichen — wahl­los bevorzugt an Mas­ten und Verkehrsschildern
angek­lebt wer­den, sind sie nicht nur für die Stadtver­wal­tung in
Fürsten­walde ein Prob­lem. Bis zu 300 Spuck­is müssen in Hochzeit­en pro
Monat von Verkehrss­childern ent­fer­nt werden. 

Alle Spuck­is zu ent­fer­nen, das würde die Kapaz­itäten bald übersteigen.
So beschränkt sich die Stadtver­wal­tung zumin­d­est darauf, die Aufkleber
auf Verkehrss­childern zu ent­fer­nen. “Das müssen wir der
Verkehrssicher­heit wegen machen”, sagt Christoph Malch­er, von der
Fach­gruppe Verkehr und Bußgeld in der Stadtver­wal­tung. 80 bis 90 Spuckis
müssten im Schnitt im Monat von den Verkehrsze­ichen ent­fer­nt wer­den. “In
Spitzen­zeit­en sind es auch bis zu 300″, so Christoph Malch­er. Leicht
lässt sich daran able­sen, welche Partei oder welche Dis­cothek gerade
wieder eine Wer­bekam­pagne startet. Die kleinen Kle­bezettel an
Lat­er­nen­mas­ten und an anderen Gegen­stän­den zählt Malch­er erst gar nicht
mit. 

Die Ent­fer­nung von den Verkehrss­childern ist dur­chaus müh­sam. “Wir haben
eine Menge Aufwand damit. Durch Sonne sind die Spuck­is oft genug
fest­ge­bran­nt”, sagt Christoph Malch­er. “Mit Lösungsmit­teln kön­nen wir
nicht range­hen.” Die Schilder hät­ten eine beson­dere reflektierende
Schicht, die durch das Lösungsmit­tel zer­stört wer­den würde, für
Verkehrsteil­nehmer kön­nte das nachts gefährlich wer­den, wenn sie
Warn­hin­weise nicht rechtzeit­ig erken­nen kön­nen. Das einzige Hilfsmittel,
um den Unrat abzu­rubbeln, ist neben einem Kratzer Brennspiritus. 

Zurzeit wür­den Ein-Euro-Job­ber die Arbeit­en erledi­gen, zuvor war dies
eine Auf­gabe der Umwelt-ABM. Die Stadt muss so nur den Brennspiritus
zahlen. Eine Ver­gabe an einen pri­vat­en Anbi­eter oder an den städtischen
Bauhof würde den Kosten­rah­men spren­gen. “Das ist zu kostenintensiv”,
erk­lärt Christoph Malch­er. Immer­hin: Mit Graf­fi­ti auf Verkehrsschildern
hat die Stadtver­wal­tung eher sel­ten zu tun. 

Mit dem Abkratzen der Aufk­le­ber ist es nicht getan, es gibt ein
Nach­spiel. Es werde grund­sät­zlich eine Strafanzeige ange­fer­tigt, sagt
Christoph Malch­er. Das gelte nicht unbe­d­ingt für jeden Spuc­ki, mitunter
werde es auch straßen­weise gemacht. Meis­tens wür­den die Ermittlungen
allerd­ings bald eingestellt, weil sich kein Täter ermit­teln lasse.
Ein­mal habe die Polizei jeman­den erwis­cht, so Christoph Malcher.

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