17. Juni 2002 · Quelle: MAZ

Starkes Polizeiaufgebot

300 TEILNEHMER BEI DEMONSTRATION DER ANTIFA-GRUPPEN

RATHENOW Der angekündigte “heiße Tanz” blieb aus.
Ver­schiedene Antifa­grup­pen aus Rathenow und Berlin hat­ten am Sam­stag zur Demon­stra­tion gegen Rechts aufgerufen. Mit 30minütiger Verzögerung set­zte sich der Demon­stra­tionszug am Sam­stag um etwa 14.30 Uhr in Bewe­gung. An der Demon­stra­tion beteiligten sich nach Angaben der Ver­anstal­ter rund 300 Per­so­n­en, zumeist auswär­tige Jugendliche. Begeleit­et und abgeschirmt wurde der Demon­stra­tionszug von einem starken Polizeiaufge­bot.

Über ihren Laut­sprecher­wa­gen und auf einem großen Trans­par­ent verkün­de­ten die Ver­anstal­ter dass das Mot­to der Demon­stra­tion “Wegschauen war schon immer Scheiße. Nazistruk­turen zer­schla­gen.” Beson­ders auf den ersten Abschnitt der Demon­stra­tion durch die Schopen­hauer Straße dro­hte es ein Anti- Rathenow- Nach­mit­tag zu wer­den. Antifa­grup­pen aus Rathenow prangerten in ein­er Rede an, dass die Stadt Rechte in Rathenow tol­leriere und sich in den let­zten Jahren ver­schiedene recht­sori­en­tierte Grup­pen bilden kon­nten.

Das von der Stadtver­wal­tung ini­ti­ierte Aktions­bünd­nis “Tol­er­antes Rathenow” würde keine Wirkung zeigen. Mit Angrif­f­en die zum Teil mit per­sön­lichen Angrif­f­en gegen den Rek­tor “unter die Gürtellinie” gin­gen wurde laut­stark eine Sport­gruppe an der Bügel- Schule kri­tisiert. Kein Wort ver­lor man dage­gen über die doch an dieser Schule sehr zahlre­ich ini­ti­ierten Aktio­nen zur Völk­erver­ständi­gung.
Einziger Licht­punkt in Rich­tung Kampf gegen rechts und aus­län­der­fre­undlich­er Arbeit in Rathenow sei das Wirken der Region­al­stelle der RAA, so schallte es durch die Schopen­hauer Straße. Ger­ade hier wurde die Stim­mung ange­heizt auch mit solchen Äußerun­gen wie “In der Stadt der Optik hat man nicht den richti­gen Blick” ange­heizt.
Hauptziel der Ver­anstal­ter war offen­sichtlich eine Gast­stätte gegenüber der Ein­mün­dung der Straße “Am Kör­graben” auf die Bran­den­burg­er Straße. Diese Gast­stätte, die beim Ein­tr­e­f­fen des Demon­stra­tionszuges von der Polizei abgeriegelt war, habe man als Tre­ff der recht­en in Rathenow aus­gemacht, so die Ver­anstal­ter per Laut­sprech­er. Die Gast­stätte war offen­sichtlich gut besucht und so drängten sich auch viele Män­ner an den Fen­stern. Die Stim­mung knis­terte als der Demo-Zug auf der Ein­mün­dung halt machte. Aus ein­er Seit­en­straße kamen etwa 20 junge Män­ner und woll­ten offen­sichtlich zu den Demon­stran­ten vor­drin­gen. Die Polizei ver­stärk­te ihre Präsenz und war Herr der Lage. Blitzk­naller wur­den gezün­det. Später flo­gen auf der Kreuzung Bran­den­burg­er Straße/Berliner Straße Flaschen. Von diesen Flaschen­wür­fen dis­tanzierten sich die Ver­anstal­ter. Als es dann die Fer­be­lin­er Straße ent­lang ging, wurde die PDS ins Visi­er der Kri­tik genom­men. Auch aus ihren Rei­hen seien mitunter keine klaren Posi­tio­nen gegen rechts zu erken­nen, schallte es durch die Straße. Und so spielte man anschließend das Lied “Sag mir wo du stehst”. Die PDS unter­stützte die Demo in Rathenow. Aber offen­sichtlich fühlte man sich dabei doch nicht mehr so wohl. So marschierte auch lediglich eine Hand­voll ihrer Mit­glieder ganz am Ende des Zuges ohne sich weit­er zu äußern.

Berichte aus Demon­stran­tInnen­sicht hier

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