19. Februar 2021 · Quelle: Bündnis offenes Steinhöfel

Steinhöfel — kein gemütlicher Treffpunkt für Hetze!

Die Gaststätte Ulmenhof soll nicht erneut zum Treffpunkt der AfD werden. Am 20.02. von 14 - 19 Uhr gibt es eine Kundgebung für ein weltoffenes Steinhöfel.

Am 17. Jan­u­ar fand in der Gast­stätte „Ulmen­hof“ in Stein­höfel ein geheimes Tre­f­fen des recht­sex­tremen „Flügels“ der AfD statt. Rund 50 Mit­glieder der recht­sradikalen Parteiströ­mung aus dem ganzen Bun­des­ge­bi­et kamen in unser­er Gemeinde zusam­men. Das war in den let­zten Tagen der Presse zu ent­nehmen – das Redak­tion­snet­zw­erk Deutsch­land, mehrere Tageszeitun­gen und der RBB berichteten darüber. Der „Flügel“ wurde ange­blich Anfang 2020 aufgelöst, da der Ver­fas­sungss­chutz ihn als recht­sex­tremen Ver­dachts­fall ein­stufte. Das Tre­f­fen vom 17. Jan­u­ar zeigt, dass die Struk­turen weit­er beste­hen — und sich dieses bun­desweite Net­zw­erk von Recht­sex­tremen in Stein­höfel wohlfühlt.

Für ein weltof­fenes Stein­höfel — gegen die AfD und ihre anti­demokratis­chen und recht­sex­tremen Akteure


Anwohn­er und Anwohner­in­nen hat­ten sich an dem Tag gewun­dert, woher die vie­len großen und lux­u­riösen Autos mit Num­mern­schildern aus ganz Deutsch­land kamen, die rund um die Stein­höfel­er Kirche und den „Ulmen­hof“ alles zupark­ten und alarmierten die Polizei.
Im Novem­ber let­zten Jahres ver­ab­schiedete unsere Gemein­de­v­ertre­tung die „Erk­lärung für ein weltof­fenes Stein­höfel“. Darin heißt es unter anderem: „Der Kampf gegen Extrem­is­mus und Intol­er­anz begin­nt vor Ort.“ Das find­en wir richtig. Aber genau deshalb sind wir wütend und entset­zt, dass Stein­höfel zum Tre­ff­punkt von Recht­sex­tremen aus der gesamten Bun­desre­pub­lik wer­den kon­nte. Inzwis­chen haben weit­ere AfD-Ver­samm­lun­gen im “Ulmen­hof” stattge­fun­den. Schon wird im Zusam­men­hang mit dem AfD-inter­nen Machtkampf von einem „Stein­höfel­er Kreis“ gesprochen. Stein­höfel ste­ht plöt­zlich nicht für Weltof­fen­heit, son­dern für Rechtsextremismus.
Wir möcht­en, dass sich in unser­er Gemeinde alle Men­schen sich­er und zuhause fühlen kön­nen. Sich­er vor ras­sis­tis­chen Anfein­dun­gen, vor Belei­di­gun­gen, Her­ab­würdi­gun­gen und Über­grif­f­en. Aber genau für solche Bedro­hun­gen ste­ht der „Flügel“ der AfD, dessen Rei­hen gespickt sind mit Leuten, die in – teil­weise ver­bote­nen – Organ­i­sa­tio­nen der extremen Recht­en zur Poli­tik gefun­den haben.
„Flügel“-Anführer Björn Höcke, der thüringis­che AfD-Lan­deschef, sprach 2017 in sein­er Dres­den­er Rede von der „däm­lichen Bewäl­ti­gungspoli­tik“ Deutsch­lands in Bezug auf die nation­al­sozial­is­tis­che Ver­gan­gen­heit und forderte eine „erin­nerungspoli­tis­che Wende um 180 Grad“. In unser­er Gemeinde liegt auch das ehe­ma­lige jüdis­che Landw­erk Neuen­dorf. Von dort aus wur­den im April 1943 hun­derte jüdis­che Men­schen nach Auschwitz in den Tod geschickt. Dass aus­gerech­net bei uns Tre­f­fen des „Flügels“ stat­tfind­en, ist für uns ein Schlag ins Gesicht.
Wir wollen nicht, dass Stein­höfel ein gemütlich­er Rück­zug­sort für Recht­sex­treme ist!
Wir fordern, dass die zuständi­gen Behör­den in Gemeinde und Amt alles unternehmen, um so etwas in Zukun­ft zu ver­hin­dern! Wir bieten als Zivilge­sellschaft unsere Unter­stützung an.
Wir fordern, dass nie­mand in Stein­höfel Recht­sex­tremen Räum­lichkeit­en zur Ver­fü­gung stellt!
Der AfD-„Flügel“ ste­ht nicht für respek­tvollen, demokratis­chen Mei­n­ungsaus­tausch, son­dern für Ras­sis­mus, Spal­tung, Belei­di­gung und das Aufhet­zen unter­schiedlich­er Bevölkerungs­grup­pen gegeneinan­der. Wir wollen das in Stein­höfel nicht haben!

Bünd­nis Offenes Steinhöfel
Zusam­men in Neuen­dorf S.A.N.D.E. e.V.
land­kun­stleben e.V.
Kul­tursche­une Neuen­dorf e.V.
Haus des Wan­dels e.V.
Geschichte hat Zukun­ft – Neuen­dorf im Sande e.V.
Naturschutz Law­ine e.V.,
und engagierte Bürg­er und Bürgerinnen
Kon­takt: offenessteinhoefel@gmail.com

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