30. Januar 2007 · Quelle: Linkes Bündnis Potsdam

Stellungnahme vom Linken Bündnis Potsdam

Infori­ot doku­men­tiert an dieser Stelle die Stel­lung­nahme des Linken Bünd­nis Pots­dam zu dem Geständ­nis eines Berlin­er FAU –Mit­glieds, der sich nach ein­er
Ver­anstal­tung in Pots­dam als Verge­waltiger bekan­nte. Die Rep­lik der F.A.U. Pots­dam find­est du hier.

Das Gedächt­nis­pro­tokoll find­est du
hier.

Die Stel­lung­nahme des All­ge­meinen Syn­dikats (Asy) der F.A.U. Berlin find­est Du hier.


Verge­waltiger in der FAU Berlin

Nach ein­er Ver­anstal­tung am 30. Okto­ber 2006 in einem Pots­damer Haus­pro­jekt out­ete
sich ein langjähriges Mit­glied der Freien Arbei­t­erIn­nen Union (FAU) als
Verge­waltiger. Er gab an, in der Ver­gan­gen­heit eine Frau verge­waltigt zu haben.
Anwe­send waren unter anderem Mit­glieder der FAU Pots­dam und des Berlin­er Syn­dikats,
der FAU Berlin. Es erfol­gte kein­er­lei ernst zu nehmende Reak­tion seit­ens der
Anwe­senden. Auch nach­dem sich eine Teil­nehmerin der Gala in die ent­standene
Diskus­sion ein­schal­tete und das inakzept­able Ver­hal­ten des FAU-Genossen kri­tisierte,
wur­den keine wirk­lichen Kon­se­quen­zen gezo­gen. Er wurde wed­er der Örtlichkeit noch
der Ver­anstal­tung ver­wiesen, vielmehr kon­nte er weit­er im Kreise sein­er Genossen
darüber schwadronieren, ob eine Frau auch immer „Nein“ meine wenn sie „Nein“ sagt.
Außer­dem sei der Vor­fall schon eine ganze Weile her.

Weit­ere, von dem Verge­waltiger geäußerte Unmöglichkeit­en kön­nen im unten­ste­hen­den
Erleb­nis­bericht der anwe­senden Kün­st­lerin nachge­le­sen wer­den.

Einen Tag nach dem Vor­fall forderte sie in einem Brief an die FAU Berlin eine
Stel­lung­nahme zu dem Vor­fall und den unmit­tel­baren Auss­chluss des beken­nen­den
Verge­waltigers. Es gab daraufhin vere­inzelte per­sön­liche Stel­lung­nah­men aus dem
Umfeld der FAU, welche zum einen völ­lig unpassend mit dem The­ma umgin­gen (Hier­bei
waren auch Argu­mente wie: “Ist schon sehr lange her” oder “Er meinte es ja
vielle­icht gar nicht so, wie er es gesagt hat” zu reg­istri­eren) und zum anderen
immer wieder beton­ten, das sie nicht im Namen der FAU ver­standen wer­den dürften. Die
FAU-Stel­lung­nahme an sich fiel mehr als ernüchternd aus: Der Auss­chluss könne auf
Grund eines „fehlen­den Man­dats“ der Vol­lver­samm­lung nicht ein­fach beschlossen
wer­den, vielmehr wolle men­sch sich nochmal mit dem Verge­waltiger zusam­menset­zen, um
mit ihm zu disku­tieren.
Reak­tio­nen von Seit­en der FAU ließen außer­dem sehr lange auf sich warten und manch
eine Auf­for­dung musste wieder­holt wer­den. Der Zeitrah­men dieser sehr ein­seit­i­gen
Kom­mu­nika­tion bewegt(e) sich im Rah­men von mehr als einem Monat.

Wie betra­cht­en diese Prob­lematik nicht nur im Rah­men von Sex­is­mus und Gewalt,
son­dern stellen fest, das das (Selbst)Verständnis von linken Freiräu­men hier ganz
klar gefährdet wird. Das ist nicht nur eine Frage der Glaub­würdigkeit nach außen,
son­dern auch der Glaub­würdigkeit vor sich sel­ber. Es sollte uns darum gehen, in
unseren (freien) Räum­lichkeit­en ein Ver­hält­nis herzustellen, wo eben
Mack­erver­hal­ten, Sex­is­mus und Plattes männlich­es Rumge­pro­lle nahezu keinen Platz
find­en.

Das der sofor­tige kom­pro­miss­lose Auss­chluss von Verge­waltigern Teil dieses
Ver­ständ­niss­es ist, ver­ste­ht sich für uns von selb­st.

Obwohl immer wieder von ver­schiede­nen Seit­en der Rauswurf gefordert wurde, kon­nte
oder wollte die FAU-Berlin diesen Schritt nicht gehen. Auch zu ein­er öffentlichen
Stel­lung­nahme war das „Syn­dikat“ trotz gegen­teiliger Behaup­tun­gen nicht imstande.
Daher sehen wir es als unsere Pflicht, diese beste­hen­den Unzu­mut­barkeit­en öffentlich
zu machen.

Auss­chluss sofort!
Sex­is­mus bekämpfen! Auf allen Ebe­nen!

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