11. März 2004 · Quelle: MOZ

Stiftung sichert Geld zu

MAHLOW Der Fördervere­in Fre­unde der Her­bert-Tschäpe-Schulen Mahlow hat
grünes Licht bekom­men, eine weit­ere Jugend­begeg­nung in Birm­ing­ham zu
organ­isieren. “Endlich”, sagte Vere­insvor­sitzen­der Siegfried Suchows­ki,
“denn es ist schon März. Wenn im Herb­st die Fahrt stat­tfind­en soll, wird es
knapp” Und Vor­standsmit­glied Ingo Thiede­mann, der bere­its zwei Mal
Jugendliche aus Mahlow und Umge­bung in die Heimat­stadt Noël Mar­tins
begleit­et hat, bestätigt: “Am aufwendig­sten ist die Vor­bere­itung, weil wir
vor Ort keine Kon­tak­t­per­son haben”, sagt er.

Die Stiftung “Großes Waisen­haus zu Pots­dam” ver­wal­tet seit Dezem­ber 2003 den
Noël-und-Jaque­line-Mar­tin-Fonds mit rund 25 000 Euro aus Lan­desmit­teln und
will um zusät­zliche Mit­tel wer­ben. Jet­zt hat Stiftungs-Geschäfts­führer
Jür­gen Pankonin den Mahlow­ern bis zum Jahre 2006 fach­liche und finanzielle
Unter­stützung zuge­sagt.

“Wir wollen gemein­sam mit dem Bil­dungsmin­is­teri­um so lange wie möglich
helfen, um eine Nach­haltigkeit der Aktiv­itäten zu erre­ichen”, erk­lärte er.
“Der Vor­fall verpflichtet uns dazu.” — Der Fonds war 2001 vom dama­li­gen
Min­is­ter­präsi­den­ten Man­fred Stolpe und Noël Mar­tin gegrün­det wor­den. Den
britis­chen Bauar­beit­er hat­ten am 16. Juni 1996 in Mahlow junge
Recht­sex­trem­is­ten über­fall­en. Seit­dem ist der far­bige Brite jamaikanis­ch­er
Herkun­ft vom Hals abwärts gelähmt. Doch bish­er kam das Pro­jekt, das junge
Leute aus Mahlow und Birm­ing­ham näher brin­gen sollte, nicht richtig in
Schwung. Erst zweimal fuhren Schüler und Lehrlinge aus Mahlow nach
Birm­ing­ham und besucht­en dort Noël Mar­tin.

Das soll nun öfter geschehen, erwarten neben Pankonin die Vertreter vom
Bil­dungsmin­is­teri­um, vom Büro der Aus­län­der­beauf­tragten des Lan­des
Bran­den­burg, vom Aktions­bünd­nis gegen Gewalt, Recht­sex­trem­is­mus und
Frem­den­feindlichkeit. Sie ken­nen die Mahlow­er gut, die sich jet­zt den Hut
auf­set­zen. Denn ein großer Teil gehörte davon zu den Ehre­namtlichen, die
unter anderem den Besuch Noël Mar­tins in Mahlow in 2001 vor­bere­it­et hat­ten.
Sie engagieren sich anderem in den Ini­tia­tiv­en Tol­er­antes Mahlow, Bürg­er für
Bürg­er Mahlow, Miteinan­der wach­sen, in der Kirche, in der
Gemein­de­v­ertre­tung.

Wie kann man feste Kon­tak­te knüpfen? Soll­ten nicht auch Erwach­sene an
Begeg­nungs­fahrten teil­nehmen? Wie bezieht man recht­sori­en­tierte Jugendliche
ein? Wie wer­den die Erleb­nisse aus­gew­ertet und öffentlich dargestellt? “Mit
jedem Mal wer­den wir klüger und ergänzen das Konzept”, sagt Siegfried
Suchows­ki vom Tschäpe-Fördervere­in. Der Vor­sitzende ist froh, dass die
näch­sten Jahre finanziell abgesichert wer­den: “Nur so erre­ichen wir
Kon­ti­nu­ität.” Der Fördervere­in ist Träger von vier Jugen­dein­rich­tun­gen in
Mahlow und Blanken­felde.

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