23. Februar 2012 · Quelle: Antifaschistische Recherche_Potsdam//Umland

Still cheering: Mario Schober mehr als unglaubwürdig, Verein verharmlosend

Am 20.02.2012 veröf­fentlicht­en wir einen Artikel über das neon­azis­tis­che Treiben des Pots­damer Cheer­lead­ers Mario Schober. Auch kri­tisierten wir die falsche Tol­er­anz des Vere­ins “PCV Pots­dam Pan­thers”, in dem sich Schober seit über neun Jahren bewege und für diesen aktiv und erfol­gre­ich ist. [1]

In ein­er ersten Reak­tion des Vere­ins auf die Veröf­fentlichung wird erneut deut­lich, dass dieser kein ern­sthaftes Inter­esse an ein­er kon­struk­tiv­en Auseinan­der­set­zung um dieses Prob­lem hat. Das einzige, was sie ver­laut­en lassen, sind Ver­harm­lo­sun­gen und ein schlicht­es Abstre­it­en der Tat­sachen. Mario Schober habe in einem Gespräch in der ver­gan­genen Woche erk­lärt, dass er damit “nichts mehr zu tun” habe. Auch wird berichtet, “man habe bei den Pan­thers […] gewusst, dass der Sportler früher ‘Scheiße gebaut´ habe”. [2]

Auf der einen Seite wird bestätigt, von den Aktiv­itäten Schobers gewusst zu haben. Den­noch wird behauptet, dass dieser mit “konkreten Aktiv­itäten […] im Vere­in nicht aufge­fall­en” sei. [3]

Das propagieren eines “Alli­ierten Bomben­holo­caust” [4], was eine Rel­a­tivierung deutsch­er Ver­brechen wie der Shoa bedeutet und eine Täter-Opfer Umkehr mit sich bringt, wird somit ver­harm­lost und dazu degradiert, dass er halt “Scheiße gebaut” habe.

Doch Mario Schober war im Jahr der Neon­azide­mo, von der ein Foto stammt und um das es hier beispiel­haft geht, in exakt dem gle­ichen neon­azis­tis­chen Umfeld unter­wegs, mit dem er sich auch heute noch abgibt und dessen Nähe er auch heute noch sucht.

So ist er über sein Face­book-Pro­fil aktuell mit ein­er ganzen Rei­he bekan­nter Pots­damer Neon­azis befre­un­det. Unter diesen Fre­un­den befind­en sich zum Beispiel: Patrick B., Tim B., Tino N., Tim K., Paul E., Tino W., Den­nis H., Sebas­t­ian Glaser oder Uwe Men­zel.

Let­zter­er, ein bun­desweit bekan­nter Recht­sRock-Musik­er und Sänger mehrerer Neon­az­ibands [5] (“Uwocaust”, “Burn Down”, “Blood­shed”), grat­ulierte Schober via Face­book am 26.11.2011 zu dessen Geburt­stag. Ein am 2. Juni 2011 von Schober veröf­fentlicht­es Bild zeigt ihn an “Christi Him­melfahrt” des gle­ichen Jahres mit einem T‑Shirt der “Aryan Broth­er­hood”.

Die “AB” ist eine ursprünglich in den USA aktive ras­sis­tis­che und gewalt­tätige Gang, die aber auch in Deutsch­land ver­sucht Struk­turen aufzubauen. [6]

Nach eigen­er Aus­sage kam Schober “vor neun Jahren durch seine dama­lige Fre­undin zum Sport”. [7] Die Aus­sage des Vere­ins, dass er “früher” “scheiße gebaut” habe verz­er­rt die Tat­sachen. Ein “früher” sug­geriert hier­bei ein Abwen­den von neon­azis­tis­chen Posi­tio­nen und Aktiv­itäten, bevor er sich dem Cheer­lead­ing bei den “Pan­thers” wid­mete. Dieses wird aber durch seinen Besuch beim “Fest der Völk­er” im Jahr 2008 und die Teil­nahme an mehreren Neon­azi­aufmärschen ein­deutig wider­legt. Mario Schober war zum Zeit­punkt der Demon­stra­tion in Rathenow im Jahr 2009 bere­its seit min­destens sechs Jahren im Cheer­lead­ing aktiv – davon min­destens fünf Jahre bei “PCV Pots­dam Pan­thers e.V.”.

Wenn Mario Schober ern­sthaft aus­treten wollen würde und sich dis­tanzieren möchte, wäre das sehr begrüßenswert. Den­noch ist eine öffentliche Dis­tanzierung bis jet­zt nicht bekan­nt. Neon­azis­tis­ches Denken und Han­deln kann nicht ein­fach mit dem Satz “Ich habe Scheiße gebaut” als ver­gan­gen gel­ten. Es fordert, im Gegen­teil, das gesamte Umfeld und die Öffentlichkeit auf, sich aktiv damit auseinan­derzuset­zen. Wir freuen uns über eine Aus­trittserk­lärung, die über Lip­pen­beken­nt­nisse hin­aus­ge­ht.
Der Vere­in “For­tu­na Babels­berg” äußerte sich offen­bar nicht zur Rolle Schobers im Vere­in und Pots­dams Neon­azi-Szene und ist eine Reak­tion auf die vorge­bracht­en Fak­ten noch immer schuldig.
Wir fordern eine ern­sthafte, inhaltliche Auseinan­der­set­zung mit dem Prob­lem, keinen Rechtsstre­it oder Schweigen.

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