21. September 2004 · Quelle: MOZ

Strausberg: Jugendliche zünden Autos und Haus an

Straus­berg (MOZ) Zwei 17-jährige Jugendliche aus Straus­berg wer­den
drin­gend mehrerer Brand­s­tiftun­gen verdächtigt. In der Nacht zum
Sonnabend sollen sie aus Frust über einen Platzver­weis vom Straus­berg­er
Okto­ber­fest nach ein­er Dixi-Toi­lette mehrere Autos in Brand gesteckt
haben. Das Feuer der explodieren­den Autotanks erfasste gegen 2.35 Uhr
die Fas­sade eines Mehrfam­i­lien­haus­es und griff auf den Dachstuhl über.

Rauch­melder in ein­er Woh­nung des Neubaus alarmierten die Bewohn­er, die
fluchtar­tig das Haus ver­lassen mussten. Eine hochschwan­gere Frau und
eine junge Mut­ter mit einem sieben Monate alten Kind waren darunter.
Alle kon­nten sich unver­let­zt ret­ten. In den Woh­nun­gen selb­st hat es
nicht gebran­nt. Sie wur­den aber durch das Löschwass­er in Mitlei­den­schaft
gezo­gen. Die Straus­berg­er Feuer­wehr hat­te Minuten nach der Alarmierung
die bren­nen­den Autos mit Schaum abgelöscht. Erst später erstick­ten die
let­zten Glutnester.


Brand­s­tiftung in Straus­berg: Zwei 17-Jährige verdächtigt

Straus­berg (js/MOZ) Die Nacht zum Sam­stag wurde für vier Fam­i­lien in der
Fritz-Reuter-Straße 1 zur Schreck­en­snacht. Gegen 2.40 Uhr wurde eine
junge Mut­ter vom Knallen bers­ten­den­der Autoscheiben geweckt, sah den
Feuer­schein und rief die 112 an. In ein­er anderen Woh­nung alarmierte ein
Rauch­melder leben­sret­tend die Bewohn­er. Bin­nen Minuten waren die
Löschfahrzeuge der Straus­berg­er Feuer­wehr vor Ort. Drei von vier
unmit­tel­bar neben der östlichen Giebel­wand des Haus­es gepark­te Autos
standen in Flam­men und hat­ten die Fas­sade entzün­det. Auf der Hof­seite
schlu­gen die meter­ho­hen Flam­men in den Dachkas­ten und set­zten den gesamt
Dachstuhl über ein­er Zwei-Raum- und ein­er Vier-Raum-Woh­nung in Brand.
Die Bewohn­er ret­teten sich unver­let­zt in Bademän­tel ins Freie, die junge
Mut­ter mit ihrer sieben Monate alten Tochter auf dem Arm. Namens der
Hau­seigen­tümer bot Hol­ger Thiessen den betrof­fe­nen Fam­i­lien
Auswe­ichquartiere an. Bürg­er­meis­ter Hans Peter Thier­feld, der am
Sam­stagvor­mit­tag vor Ort war, ver­wies zudem auf die möblierten Woh­nun­gen
der Straus­berg­er Woh­nungs­bauge­sellschaft. Doch schienen alle bere­its bei
Fam­i­lien­ange­höri­gen Unterkun­ft gefun­den zu haben.

Die Krim­i­nalpolizei ermit­telt mit Hochdruck. Die Bran­dur­sach­en­er­mit­tler
sicherten Spuren. Gegen Sam­stag­mit­tag kon­nten die Fam­i­lien ihre
Woh­nun­gen wieder betreten, um ihr Eigen­tum zu bergen. In den Zim­mern
selb­st hat­te es nicht gebran­nt. An den dop­pelt ver­glas­ten Fen­stern waren
die äußeren Scheiben geplatzt. Hol­ger Thiessen will die Prü­fung durch
einen Sta­tik­er abwarten, um zu entschei­den, ob die östliche Hälfte des
Mehrfam­i­lien­haus­es abgeris­sen und völ­lig neu gebaut wer­den oder nur Dach
und Fas­sade erneuert wer­den müssen.

Nach inten­siv­en Zeu­gen­be­fra­gun­gen wur­den am Son­ntag die zwei 17-jähri­gen
Daniel G. und Patrick L. drin­gend der Brand­s­tiftung verdächtigt. Sie
gehörten zu ein­er Gruppe von Jugendlichen, die nach unter­schiedlichen
Angaben zwis­chen sieben und 20 Mit­glieder umfasste. Wegen gewalt­tätiger
Auss­chre­itun­gen am Ende des Okto­ber­festes gegen ein Uhr in der Nacht zum
Sonnabend wur­den sie von Sicher­heit­skräften der Ver­anstal­ter nach einem
Platzver­weis vom Gelände geleit­et. Augen­schein­lich aus Frust darüber sei
aus der Gruppe her­aus bere­its eine Dixi-Toi­lette auf der Baustelle
Bad­straße 1 in Brand gesteckt wor­den, heißt es seit­ens der Polizei.
Danach habe sich die Gruppe vor das Fahrrad­haus Richter begeben. Nach
dem Bericht der Polizei seien es da schon 100 Jugendliche gewe­sen, unter
denen es zu Gerangel gekom­men sei. Unter anderem brach vor dem
Werk­stat­tein­gang des Seat-Auto­haus­es Lange eine Schlägerei zwis­chen den
Jugendlichen und jun­gen Rus­s­land­deutschen aus. Zeu­gen berichteten, dass
sich in dieser Zeit die zwei Rädels­führer kurzzeit­ig von der Gruppe
ent­fer­nt hät­ten. Unmit­tel­bar nach ihrer Rück­kehr hät­ten die Autos an der
rund 20 Meter ent­fer­n­ten Giebel­wand gebran­nt. Die Polizei ermit­telte aus
Zeu­gen­be­fra­gun­gen ihre Namen und nahm sie vor­läu­fig fest. Ihnen wer­den
noch mehrere Brand­s­tiftun­gen an Klei­der­con­tain­ern in der Vorstadt zur
Last gelegt.

Hol­ger Thiessen, der zum Zeit­punkt des Bran­dan­schlags nicht in
Straus­berg war, erfuhr gegen 3.45 Uhr davon. Eine halbe Stunde später
war er am Bran­dort. Kurz nach drei Uhr war auch Detlef Grunert als
Dien­sthaben­der der Stadtver­wal­tung dort eingetrof­fen. Thiessen, der bis
zum Ablöschen der let­zten Glutnester blieb, stellte am Mit­tag
Bürg­er­meis­ter Hans Peter Thier­feld gegenüber in Aus­sicht, die Schä­den
bis zum Win­ter zu repari­eren.

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