2. Februar 2005 · Quelle: MAZ

Streit um Frauenhäuser

(CLAUDIA BIHLER) PRITZWALK Zum Stre­it um die Verteilung der Gelder für die bei­den Frauen­häuser in der Prig­nitz hat nach dem Vere­in “Frauen für Frauen” in Wit­ten­berge sich nun auch die Arbeit­er­wohlfahrt in Pritzwalk zu Wort gemeldet. Schon seit mehreren Wochen schwelt der Stre­it um die Verteilung der Finanzen.

Finanziert wer­den die bei­den Häuser mit ein­er pauschalen Summe von 50 000 Euro, die vom Land gezahlt wer­den sowie knapp 20 000 Euro vom Land­kreis. In Anbe­tra­cht dessen, dass es bis­lang keine objek­tiv­eren Kri­te­rien gibt, hat­te der Kreistag mit dem let­zten Haushalt­s­plan die Verteilung der Mit­tel für dieses Jahr so geregelt, dass jedem Altkreis entsprechend sein­er Ein­wohn­erzahl ein Anteil aus den 70 000 Euro bezahlt wird. Das Ergeb­nis: Der Wit­ten­berg­er Vere­in erhält rund 44 000 Euro, den Rest bekommt das Pritzwalk­er Frauen­haus.

Doch in Wit­ten­berge ist man mit diesem Geld nicht zufrieden und stellt nicht nur die Aus­las­tung des Pritzwalk­er Haus­es in Frage, son­dern auch seine Ausstat­tung. Die Vor­würfe waren in den ver­gan­genen Wochen bis hin zu ver­meintlichen Unklarheit­en in den Abrech­nun­gen gediehen.

“Wir wollen den Stre­it nicht weit­er eskalieren”, sagt der Geschäfts­führer der Arbeit­er­wohlfahrt, Wolf­gang Schulz, “wir wollen ein­fach ein­mal ein paar Infor­ma­tio­nen über unsere Arbeit geben.” Im Jahr 2003 hat­te die Arbeit­er­wohlfahrt für das Pritzwalk­er Frauen­haus ein neues Konzept aufgelegt. Statt die bloße Unterkun­ft im Frauen­haus offeriert die Awo den Frauen vor allem umfan­gre­iche Beratun­gen. “Wir wollen lieber präven­tiv arbeit­en, als die Frauen in die Notun­terkun­ft aufzunehmen”, sagt Susanne Sei­del, die seit vie­len Jahren die Pritzwalk­er Ein­rich­tung leit­et.

Und so ist auch der Umfang der Beratungsleis­tun­gen beson­ders hoch: 284 Mal hat Susanne Sei­del Frauen in Not­la­gen berat­en, 275 Mal hat sie mit Behör­den oder Schulen gere­det. “Ob Schuld­ner­ber­atung oder son­stige Dinge, wir halfen den Frauen möglichst früh, damit sie nicht aus ihrem gewohn­ten Umfeld her­aus müssen, und ihre Kinder weit­er­hin die gle­iche Schule besuchen kön­nen.” Den­noch sucht­en im let­zten Jahr auch elf Frauen mit 14 Kindern den Schutz des Frauen­haus­es — darunter eine Frau mit fünf Kindern, die länger als ein halbes Jahr blieb. “Kommt eine Frau in die Notun­terkun­ft, bringt sie vielfältige Prob­leme wie ein Woh­nung­sprob­lem mit, die wir gemein­sam ver­suchen zu lösen.”

Der Geschäfts­führer der Arbeit­er­wohlfahrt Schulz hat jedoch die Nase von den Stre­it­igkeit­en voll. Während er eigentlich eine friedliche Koex­is­tenz mit der Wit­ten­berg­er Ein­rich­tung befür­worten würde, tobe nun eine Schlamm­schlacht zwis­chen den bei­den. Schulz: “Wenn das das friedliche Miteinan­der nicht funk­tion­iert, ist ja lange nicht klar, dass unbe­d­ingt die Wit­ten­berg­er Ein­rich­tung das einzige Frauen­haus im Land­kreis betreiben kann. Wir kön­nten hier in Pritzwalk natür­lich das gle­iche Ange­bot machen.”

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