2. September 2008 · Quelle: Antifa Westhavelland

Sturm 27 Intern

Als “uneingeschränk­ten Erfolg” hat­te Bran­den­burgs Innen­min­is­ter Jörg Schön­bohm (CDU) auf ein­er Pressekon­ferenz am 31. Dezem­ber 2005 sein Vorge­hen gegen die west­havel­ländis­chen Kam­er­ad­schaften “Hauptvolk” und “Sturm 27” resümiert. Beste­hende Struk­turen seien zer­stört, die Entste­hung neuer behin­dert und die “rechte” Szene ges­pal­ten wor­den.

Das diese Aus­sagen schon damals mehr Wun­sch als Real­ität waren, gab selb­st die dama­lige Schutzbere­ich­slei­t­erin des Havel­lan­des, Cer­stin Petersen Schäfer, bere­its am 23. Novem­ber 2005 vor dem Rathenow­er Stadt­par­la­ment dezent zu. Der damals öffentlich geäußerte Ver­dachtsmo­ment und die damit ein­herge­hen­den Ermit­tlun­gen der Polizei hin­sichtlich der fort­ge­set­zten Aktiv­itäten der Kam­er­ad­schaft “Sturm 27” führten jedoch offen­bar bish­er noch zu keinen erkennbaren Ergeb­nis.

Selb­st die fort­ge­set­zten, typ­is­chen Pro­pa­gan­daak­tio­nen des “Sturm 27” zu den so genan­nten “Rudolf Hess Aktionswochen” und zum “Heldenge­denk­tag” in den Jahren 2005 und 2006 ver­an­lassten die Sicher­heits­be­hör­den allen­falls zu kurzen Stör­manövern.

Auch die Infra­struk­tur der “ver­bote­nen” Kam­er­ad­schaft kon­nte wed­er mit noch nach der Ver­botsvoll­streck­ung am 12. April 2005 zer­schla­gen wer­den.

Wichtig­ster Basis­punkt des “Sturm 27” ist vor allem ein seit Anfang 2004 genutztes Grund­stück in der Rhi­now­er Land­straße in Rathenow. Hier befind­et sich auch eine Garten­laube, die in mehreren Bauphasen zu ein­er Art “Vere­in­sheim” aus­ge­baut wurde bzw. noch aus­ge­baut wird.

Allein unmit­tel­bar nach dem Ver­bot des “Sturm 27” fan­den in diesem offen­bar rechts­freien Raum min­destens zwei Ver­anstal­tun­gen statt, auf denen offen NS Kennze­ichen gezeigt wur­den und sich das Kam­er­ad­schaft­sleben fort­set­zte.

1.) Am 16. April 2005, vier Tage nach dem Ver­bot des “Sturm 27”, ver­anstal­teten mehrere “Sturm 27” — Mit­glieder eine Feier an der auch Mit­glieder der ver­bote­nen Kam­er­ad­schaft “Hauptvolk” und des späteren NPD Stadtver­band Rathenow teil­nah­men.

Bild 1: Mar­tin Kro­ne (“Sturm 27”) am 16. April 2005

Bild 2: Daniel Kuhn (“Hauptvolk”, 1.v.r.) am 16. April 2005 zu Gast beim “Sturm 27”

Bild 3: Mau­rice Kindt (“Hauptvolk”, 1.v.l.) und Stef­fen Cep­pok (“Sturm 27” , 2.v.l.) am 16. April 2005 beim “Sturm 27”

Bild 4: Mar­cell Hor­lebeck (NPD, 1.v.l.) am 16. April 2005 beim “Sturm 27”

Bild 5: v.l.n.r. Jens Riedel (“Hauptvolk”) sowie Stef­fen Cep­pok, Dirk Keil und Math­ias Ull­rich (“Sturm 27”) am 16. April 2005

Bild 6: v.l.n.r. Michael Peschke (“Sturm 27”) und Mar­i­an Schnei­der (“Sturm 27”) am 16. April 2005

2.) Am 23. Dezem­ber 2005, acht Monate nach dem Ver­bot des “Sturm 27”, ver­anstal­tete die Kam­er­ad­schaft eine “Wei­h­nachts­feier” an der wiederum auch Mit­glieder der ver­bote­nen Kam­er­ad­schaft “Hauptvolk” teil­nah­men.

Bild 7: “Wei­h­nachts­feier” des “Sturm 27” am 23. Dezem­ber 2005

Bild 8: Sebas­t­ian Kindt (2.v.l. mit “Sturm 27” — T-Shirt) während der Wei­h­nachts­feier am 23. Dezem­ber 2005

Bild 9: Mit­grölen bei Naz­imusik als Grup­pen­er­leb­nis, während der Wei­h­nachts­feier am 23. Dezem­ber 2005

Bild 10: Typ­is­che Geste im Kam­er­adenkreis: Ben­jamin Kuhirt (“Sturm 27”) zeigt während der Wei­h­nachts­feier am 23. Dezem­ber 2005 den “deutschen Gruß”

Erst ab 2007 ließen die typ­is­chen öffentlich wahrnehm­baren Aktiv­itäten des “Sturm 27” nach. Die Kam­er­ad­schaft blieb jedoch intakt und unter­stützt seit dem Amt­santritt des “Hauptvolk” — Mit­gliedes Michel Müller als Vor­sitzen­der des NPD Kreisver­ban­des Hav­el Nuthe die regionale Parteistruk­tur sowohl durch per­son­elle Beteili­gung an Aktio­nen als auch durch Bere­it­stel­lung von Räum­lichkeit­en und Logis­tik.

Bild 11: Matthias Ull­rich (1.v.r.) neben Daniel Kuhn (2.v.r.), Mar­cell Hor­lebeck (4.v.r.) und dem Vor­sitzen­den des NPD Kreisver­ban­des Hav­el Nuthe, Michel Müller (5.v.r.) während ein­er so genan­nten Mah­nwache der NPD am 8. März 2008 in Rathenow.

Bild 12: Matthias Ull­rich im Jahr 2002

Bild 13: Sebas­t­ian Kindt (1.v.r.) als Unter­stützer eines NPD Info­s­tandes am 18. Mai 2007 in Brandenburg/Havel

Bild 14: Mar­tin Kro­ne (oben mit schwarz­er Fahne) während eines NPD Auf­marsches am 16. Juni 2007 in Rathenow.

Bild 15: Mar­i­an Schnei­der (im Fahrerhaus seines Trans­porters) während eines NPD Auf­marsches am 16. Juni 2007 in Rathenow.

Bild 16: Mar­i­an Schnei­der posiert vor ein­er Hak­enkreuz­fahne (2002)

Bild 17: Mar­cell Hor­lebeck (1.v.l.) und Ben­jamin Kuhirt (3.v.l.) neben Detlef Appel (2.v.l., stel­lvertre­tender Vor­sitzen­der des NPD Lan­desver­ban­des Bran­den­burg) am 8. Sep­tem­ber 2007 in Brandenburg/Havel

Bild 18: Ben­jamin Kuhirt (1.v.r. neben Mar­cell Hor­lebeck) zeigt während ein­er Feier im Jahr 2002 den “deutschen Gruß”

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