7. November 2005 · Quelle: jW

Tausende boten Worch und Co. Paroli

Pots­dam. Mehrere tausend Men­schen haben am Sam­stag in Pots­dam einen vom Ham­burg­er Neon­azi Chris­t­ian Worch angemelde­ten Auf­marsch durch die Innen­stadt der bran­den­bur­gis­chen Lan­deshaupt­stadt ver­hin­dert. Sie block­ierten stun­den­lang eine Kreuzung auf deren Demon­stra­tionsstrecke, wobei es weit­ge­hend friedlich blieb (Foto). Abgeschirmt von einem starken Polizeiaufge­bot, kon­nten die etwa 250 Recht­sex­trem­is­ten schließlich nur eine Kundge­bung an einem Stad­trand-Bahn­hof abhal­ten. Nach vier­stündi­ger Wartezeit wurde die geplante Demon­stra­tion abge­sagt.

Am Abend unter­nah­men die Recht­sex­trem­is­ten einen zweit­en Ver­such, dies­mal am Berlin­er S‑Bahnhof Pren­zlauer Allee. Der per Eilantrag der Ver­anstal­ter von der Polizei genehmigte Auf­marsch sollte zum S‑Bahnhof Lands­berg­er Allee führen. Am Sam­melpunkt der Neon­azis hat­ten sich allerd­ings auch Gegen­demon­stran­ten einge­fun­den. Die Polizei nahm nach eige­nen Angaben 25 Per­so­n­en vorüberge­hend fest, machte aber keine Angaben darüber, ob es Neon­azis oder Antifaschis­ten waren. Augen­zeu­gen berichteten, die Neon­azis seien mit dem Ruf »Juden raus!« durch die Straße gezo­gen. Die Polizei habe sie esko­rtiert, aber nicht einge­grif­f­en.

In Pots­dam wur­den nach Polizeiangaben ins­ge­samt 98 Platzver­weise gegen linke Gegen­demon­stran­ten aus­ge­sprochen. Die Polizei nahm zudem sechs Per­so­n­en unter anderem wegen Land­friedens­bruchs und Ver­stoßes gegen das Waf­fenge­setz vor­läu­fig fest. Weit­er­hin wur­den fünf Demon­stran­ten in Gewahrsam genom­men, weil sie gegen Platzver­weise ver­stoßen haben.

An dem Polizeiein­satz in Pots­dam nahm nach Augen­zeu­gen­bericht­en auch Rou­ven K. teil. Gegen den Zivil­fah­n­der des Berlin­er Lan­deskrim­i­nalamtes hat­ten mehrere Demon­stran­ten Strafanzeigen erstat­tet, weil er am 26. Okto­ber, bei der Demon­stra­tion gegen den »Großen Zapfen­stre­ich« der Bun­deswehr in Berlin wahl­los mit einem schw­eren Polizeiknüp­pel auf Demon­stran­ten eingeprügelt und dabei möglicher­weise mehrere Ober­arme gebrochen hat­te. Ein Polizeis­prech­er hat­te anschließend ver­sichert, gegen den Mann werde ermit­telt, er sei in den Innen­di­enst ver­set­zt wor­den.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Am 6. August richtet der Vere­in proWis­sen e.V. eine Podi­ums­diskus­sion zum The­ma Wis­senschaft mit dem Titel “Wie hal­tet ihr’s mit der Wis­senschaft” aus. Der Vere­in bietet dabei aus­gerech­net dem rech­sex­tremen AfD-Vertreter Andreas Kalb­itz ein Podi­um.
Infori­ot — Das antifaschis­tis­che „Janz Weit Draussen“ (JWD)-Camp fand am ver­gan­genen Woch­enende nun bere­its zum drit­ten Mal statt. Dies­mal schlug das Camp jedoch nicht seine Zelte am Rand des Bun­des­lan­des auf, son­dern ging direkt ins Herz von Pots­dam
Mit unser­er heuti­gen Beset­zungsak­tion möcht­en wir auf einige Häuser aufmerk­sam machen, die entwed­er ihrem Ver­fall preis­gegeben wer­den oder die wieder ein­mal nicht nach Konzept son­dern nach Höch­st­ge­bot verkauft wer­den.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot