22. Februar 2006 · Quelle: Einstein Forum

Tötungsarbeit

Abend­vor­trag mit Har­ald Welz­er


Forschung­spro­fes­sor für Sozialpsy­cholo­gie

Kul­tur­wis­senschaftlich­es Insti­tut, Essen

Dien­stag, 28. Feb­ru­ar 2006, 19 Uhr

Ein­stein Forum, Am Neuen Markt 7, 14467 Pots­dam

Tötungsar­beit: Zur Sozialpsy­cholo­gie des Massen­mords

Der Ver­nich­tungskrieg und der Holo­caust benötigten, wie andere
Völk­er­morde auch, eine Menge Men­schen, die sich für das Töten von
anderen entschei­den mussten. Die bis heute noch ungek­lärte Frage ist,
wie es möglich ist, dass Men­schen zu Massen­mördern wer­den kön­nen, die
selb­st noch wenige Monate zuvor sel­ber nicht geglaubt hät­ten, dass sie
jemals dazu in der Lage wären. Das ist die eine Frage, der man sich mit
Hil­fe his­torisch­er Infor­ma­tio­nen, sozialpsy­chol­o­gis­ch­er The­o­rien und
eigen­em Denken näh­ern kann. Fast noch schwieriger zu beant­worten ist,
wer die sehr weni­gen Per­so­n­en waren, die sich der Entschei­dung zum Töten
ver­weigerten, und was es ihnen ermöglicht hat, sich gegen die
herrschen­den Nor­men zu ver­hal­ten.

Har­ald Welz­er, geb. 1958, ist Forschung­spro­fes­sor für Sozialpsy­cholo­gie
an der Uni­ver­sität Wit­ten-Herdecke und Leit­er der Forschungs­gruppe
Erin­nerung und Gedächt­nis am Kul­tur­wis­senschaftlichen Insti­tut (Essen)
des Wis­senschaft­szen­trums Nor­drhein-West­falen. Wichtige Pub­lika­tio­nen:
Das kom­mu­nika­tive Gedächt­nis. Eine The­o­rie der Erin­nerung (2002), “Opa
war kein Nazi”. Nation­al­sozial­is­mus und Holo­caust im Fam­i­liengedächt­nis
(2002), sowie Täter. Wie aus ganz nor­malen Men­schen Massen­mörder wer­den
(2005).

Gespräch­sleitung: Dr. Hans-Her­mann Her­tle, Pots­dam

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