23. Juli 2016 · Quelle: indymedia

Transpi Aktion in Neuruppin

Während Deutschland momentan im Ausnahmezustand der Terrorhysterie versinkt, richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die alltäglichen Schweinereien des kapitalistischen Normalvollzugs.

Während Deutsch­land momen­tan im Aus­nah­mezu­s­tand der Ter­rorhys­terie versinkt, richt­en wir unsere Aufmerk­samkeit auf die alltäglichen Schweinereien des kap­i­tal­is­tis­chen Nor­malvol­lzugs. Gen­tri­fizierung, Ver­drän­gung und Obdachlosigkeit sind längst keine Phänomene von Großstädten wie Berlin, München oder Ham­burg mehr — auch im beschaulichen Neu­rup­pin lassen sich die Wirkun­gen von Speku­la­tion und Prof­it­max­imierung im Umgang mit Wohn­raum beobachten.
Mit dem soge­nan­nten “See­torvier­tel” entste­ht in Neu­rup­pin eine neue Spiel­wiese für Reiche — teure Eigen­tumswoh­nun­gen, Tief­gara­gen, Sicher­heits­di­enst usw. Wir fra­gen: Wer braucht diese Scheisse? Wir
jeden­falls nicht! Wir wollen stattdessen lieber sozialen Wohn­raum für junge und alte Men­schen, WGs, Arbeit­slose, Geflüchtete und Obdachlose.
Der Stadt Neu­rup­pin muss man zugute hal­ten, dass sie mit ihrem Stad­ten­twick­lungskonzept “Neu­rup­pin­Strate­gie 2020 / 2030” einen wahrnehm­baren Fokus auf sozialen Wohn­raum legt. Die Frage bleibt, wie
real­is­tisch die Umset­zung ein­er solchen Konzep­tion ist. Seit Anfang der 1990iger und mit dem Durch­marsch des Neolib­er­al­is­mus (als mas­sive Zus­pitzung kap­i­tal­is­tis­ch­er Aus­beu­tung in fast allen Bere­ichen ) geht der staatliche Bau von Sozial­woh­nun­gen immer weit­er zurück. Die Logik des Neolib­er­al­is­mus sucht die Lösung für dieses Prob­lem in der Pri­vatwirtschaft. Pri­vate Investor_Innen sollen die Lage ret­ten. Doch ent­ge­gen der naiv­en, gegen­teili­gen Annahme haben solche Men­schen wenig Inter­esse am Bau von Sozial­woh­nun­gen. Schließlich geht es ihnen nicht darum, dass alle Men­schen eine gute Woh­nung besitzen, son­dern auss­chließlich um die Steigerung ihrer Prof­ite. Die Pri­vatwirtschaft baut lieber Eigen­tumswoh­nun­gen für Reiche und der Staat ver­fügt nicht mehr über Kapaz­itäten die Men­schen aus­re­ichend mit bezahlbarem Wohn­raum zu versorgen.
Die Lösung dieses Prob­lems sind wed­er Kniefall noch Bit­ten an Staat oder Kap­i­tal son­dern eine kämpferische Bewe­gung, welche die gesellschaftlichen Eigen­tumsver­hält­nisse in Frage stellt. Die
Mit­tel unser­er Wahl sind Streiken, Block­ieren und Beset­zen, sprich die Wieder­aneig­nung unser­er eige­nen Hand­lungs­fähigkeit. Wir sind nicht bere­it die Exis­tenz von Leer­stand hinzunehmen, während Men­schen auf der Straße leben müssen oder Zwangsräu­mungen, welche zur Zer­störung men­schlich­er Exis­ten­zen führen.
Um auf unsere Forderun­gen aufmerk­sam zu machen, haben wir mehrere Gebäude in der Stadt betreten und dort Trans­par­ente ange­bracht. Dabei haben wir unsoziale Luxus­baut­en eben­so besucht wie städtis­chen und pri­vat­en Leerstand.
Wir rufen dazu auf, sich zu organ­is­eren und die herrschen­den Ver­hält­nisse in Frage zu stellen! Die Stadt gehört uns allen!

Im Bau befindliche Eigentumswohnungen am See

Im Bau befind­liche Eigen­tumswoh­nun­gen am See


Altes "MittenDrin" als ungenutzter Wohnraum

Altes “Mit­ten­Drin” als ungenutzter Wohnraum


Jahrelanger Leerstand an der B167

Jahre­langer Leer­stand an der B167

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