14. Oktober 2003 · Quelle: MAZ

Trommelklänge im “Morgana”

BELZIG — Er sieht aus wie ein afrikanis­ch­er Junge, spricht aber perfekt
Deutsch und mag wie seine Alters­ge­fährten Pommes lieber als Yam Yam, ein
Gericht aus der Heimat seines Vaters Ernest Ban­gu­ra. Der vier­jährige Jean
ist in Deutsch­land geboren, wächst zweis­prachig auf, geht in den
Kinder­garten und ver­lebt eine glück­liche Kind­heit in der Wahlheimat seines
Papas. 

Zusam­men mit Kevin aus Treuen­bri­et­zen und Ivo aus Frohns­dorf tobt Jean am
Sonnabend aus­ge­lassen auf dem Afri­ka-Fest im Belziger Café “Mor­gana” herum.
Eine Oase für Kinder. Die Prob­leme der Großen — Asyl und Integration,
Frem­den­feindlichkeit und Recht­sex­trem­is­mus — tang­ieren die fide­len Steppkes
nicht. Noch nicht. Ob weiß, ob braun — sie ver­ste­hen sich bestens, wie Ivos
Mut­ter Antje Ger­icke bestätigt. 

Die erfreulich zahlre­ichen Erwach­se­nen indes pro­bieren die von Jean-Marc
Banoho selb­st geback­e­nen Kameruner und andere leckere Speisen, aus dessen
Heimat, schauen sich geschnitzte Tiere, Masken und Skulp­turen aus Holz oder
Speck­stein an, tanzen und geben — wenn auch etwas später — dem Rhyth­mus der
Trom­meln nach. Zuvor war es erstaunlich ruhig in den Räu­men, denn Jean-Marc
Banoho lud die Kleinen zur Märchen­stunde ein. Und selb­st die Erwachsenen
blieben ste­hen, horcht­en zu und waren fasziniert von der Art, wie “Bahdy” -
so sein Spitz­name — die Kinder in seinen Bann zog. Als die kleinen Gäste
schließlich schlafen, wech­selt das Pub­likum. Jugendliche Asylbewerber,
Spä­taussiedler, aber auch Ein­heimis­che kom­men zur etwas anderen Disko. Es
wer­den mehr als nur Hit­pa­raden-Titel gespielt. Und es wird getrommelt.
Deutsche haben das Instru­ment für sich ent­deckt. There­sia Rexeisen,
Mitver­anstal­terin des ersten Afri­ka-Festes, freut sich über die Res­o­nanz des
Tre­f­fens. Es soll nicht das let­zte dieser Art bleiben. Auch Jean, Ivo und
Kevin freuen sich schon jet­zt auf eine Wiederholung.

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