30. Juni 2003 · Quelle: LR

Tuchfabriken-Prokurist kritisiert Grenzschutz

(28.06.) Mit schar­fen Worten hat gestern Rain­er Schmidt, Prokurist der
Bran­den­bur­gis­chen Tuch­fab­riken GmbH, das Vorge­hen der Bun­des­gren­zschutzbeamten gegen
die
sieben mon­golis­chen Gäste des Unternehmens kri­tisiert.
«Die Staats­di­ener spie­len gern Action-Show und Ram­bo» , sagte Schmidt am
Tele­fon gegenüber der RUNDSCHAU. Er meldete sich nach eige­nen Angaben von ein­er
Dien­streise aus Usbek­istan. Die sieben Besuch­er aus der Mon­golei wur­den am
Sam­stag vom Bun­des­gren­zschutz (BGS) vor­läu­fig festgenom­men, weil sie keine
Pässe bei sich tru­gen. Am Mittwochmor­gen suchte der BGS sog­ar mit Hub­schrauber
erneut nach ihnen, weil sie von ihrer Unterkun­ft in der Guben­er Straße zum
Betrieb ran­nten. Sie hat­ten ver­schlafen (RUNDSCHAU berichtete).

«Sam­stag hat der BGS sich­er kor­rekt gehan­delt» , so Tuch­fab­riken-Prokurist.
Die Pässe hat­te noch ein Geschäfts­fre­und bei sich. Was aber am Mittwoch
passiert ist, «ist eine Frech­heit» , erk­lärte Rain­er Schmidt. «Wäre ich dabei
gewe­sen, hätte die BGS-Beamten wohl die Waffe gezo­gen, weil ich mich so aufgeregt
hätte.» Schließlich müsse den Beamten doch spätestens seit Sam­stag bekan­nt
gewe­sen sei, dass sich die sieben Mon­golen offiziell in Forst aufhal­ten. Die
zwei Frauen und fünf Män­ner wür­den nun «mit schlecht­en Erfahrun­gen in ihr Land
zurück­kehren» , so der Prokurist. «Die Gast­fre­und­schaft in der Mon­golei ist
eine ganz andere.»

Die sieben asi­atis­chen Gäste wür­den in Forst angel­ernt, um kün­ftig in ein­er
in der Mon­golei entste­hen­den Kash­mir-Fab­rik arbeit­en zu kön­nen, erläuterte
Schmidt. Für die dort pro­duzierten Pullover würde das Forster Unternehmen die
Gar­ne liefern. Rain­er Schmidt ist davon überzeugt, dass für die rund
ein­monatige Anlern­phase in Forst das aus­gestellte Touris­ten­vi­sum aus­re­icht und keine
geson­derte Arbeit­ser­laub­nis notwendig sei.

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