10. Dezember 2001 · Quelle: Märkische Allgemeine

Unterschriften gegen Abschiebung

SPREMBERG Mehr als 500 Sprem­berg­er haben mit ihrer
Unter­schrift gegen die geplante Abschiebung der
viet­name­sis­chen Fam­i­lie Nguyen protestiert. Täglich
steige die Zahl der­er, die sich gegen diesen Schritt
wen­de­ten, sagte Pfar­rer Johann-Jakob Werdin von der
St.-Michael-Gemeinde.

Die Abschiebung werfe ein schlecht­es poli­tis­ches Licht
auf die geforderte Inte­gra­tion von Aus­län­dern. „Ich
hoffe im christlich geprägten Deutsch­land ger­ade in
der Vor­wei­h­nacht­szeit auf ein Zeichen der
Men­schlichkeit“, betonte Werdin mit Blick auf die
öffentliche Forderung nach einem dauer­haften
Bleiberecht.

Frau Nguyen und ihren zwei, acht- und neun­jähri­gen
Söh­nen gewährte die Gemeinde kurz vor dem
Abschiebeter­min vor zwei Wochen Kirchenasyl. Dem
Ehe­mann, über dessen Bleiberecht noch nicht
entsch­ieden wurde, wurde in der Zwis­chen­zeit die
Arbeit­ser­laub­nis um ein Jahr ver­längert.
Der Runde Tisch Aus­län­der­poli­tik und die
Michael-Gemeinde stün­den hin­ter dem Kirchenasyl.
Werdin ver­wies darauf, dass für die 1992 in
Deutsch­land leben­den Nguyens die Bun­desre­pub­lik zur
neuen Heimat wurde. Viet­name­sisch sei für die Kinder
ein Fremd- und Deutsch die Mut­ter­sprache. Der Pfar­rer
hofft, der Fam­i­lie bis zur Klärung der Zukun­ft des
Vaters Zuflucht bieten zu kön­nen. Als alle­in­ste­hende
Mut­ter mit drei Kindern würde Frau Nguyen in Viet­nam
auf der unter­sten sozialen Stufe ste­hen. Sie wolle
daher nur mit ihrem Mann aus­reisen.

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