17. April 2005 · Quelle: MOZ

Unverständnis für großen Polizeieinsatz

Straus­berg (MOZ) Der mas­sive Ein­satz von Bere­itschafts- und Kriminalpolizei
vom Mittwoch im Jugendzen­trum Horte hat zu ener­gis­chen Protesten der
Betreiber und Unver­ständ­nis bei Bürg­ern und Stadtverord­neten geführt. Die
Ver­hält­nis­mäßigkeit der Mit­tel wurde sehr kri­tisch in Frage gestellt. 

Die Vertreter des Alter­na­tiv­en Jugend­pro­jek­ts Straus­berg 1260 waren am Rande
der Straus­berg­er Stadtverord­neten­ver­samm­lung leicht auszu­machen. Auf alle
Abge­ord­neten- und Pres­setis­che hat­ten sie ihre Erk­lärung zur groß angelegten
Durch­suchungsak­tion der Polizei in ihrem Jugendzen­trum Horte ausgelegt:
“Beweis­mit­tel­sicherung oder Sper­rmül­lak­tion?” ist sie iro­nisch überschrieben
und stellt darunter die Sicht der Betreiber des alter­na­tiv­en Jugendclubs
dar. Auch unter Abge­ord­neten, beson­ders der PDS, waren Protest und
Unver­ständ­nis für die Razz­ia zu hören. 

Wie die MOZ berichtete, zielte die Durch­suchung auf “Holzge­gen­stände, die
zum Schla­gen geeignet sind”, wie es der Polizeis­prech­er umschrieb, weil in
der Nacht zum 23. Jan­u­ar mehrere rechts­gerichtete Jugendliche bei einem
Handge­menge im Ein­gangs­bere­ich ver­let­zt wur­den. Wie das Alternative
Jugend­pro­jekt mit­teilt, habe die Polizei alles einge­sam­melt, “was
ansatzweise nach Knüp­pel aus­sah”, unter anderem Keulen für einen
Jonglier­work­shop, kaputte Queues. Während der Durch­suchung hat­te die Polizei
durch­blick­en lassen, dass jegliche Gewal­tan­wen­dung, gle­ich von welchem
poli­tis­chen Flügel, ver­fol­gt werde. 

Bürg­er­meis­ter Hans Peter Thier­feld antwortete auf Nach­frage der
Abge­ord­neten, dass er mit dem Schutzbere­ich­sleit­er nach der Durchsuchung
gesprochen habe. Die Aktion lief unter Fed­er­führung des 2. Kom­mis­sari­ats des
Polizeiprä­sid­i­ums, lokale Polizei war nicht einge­bun­den. Seine Anwesenheit
als Haush­err der städtis­chen Immo­bilie wurde als nicht notwendig erachtet.
Straus­berg­er Bürg­er wie Ger­hard Schröter kri­tisierten das Vorge­hen scharf
und forderten ein Ein­treten für Horte.

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