10. Oktober 2003 · Quelle: Inforiot

Urteilsspruch am Donnerstag gegen Mörder von Marinus Schöberl

NEURUPPIN Am kom­menden Don­ner­stag wird im nord­bran­den­bur­gis­chen Neu­rup­pin das Urteil gegen die recht­en Mörder von Mar­i­nus Schöberl gesprochen. Nach ins­ge­samt 22 Ver­hand­lungsta­gen wird damit der Prozess vor dem Neu­rup­pin­er Landgericht zu Ende gehen. 

Die Staat­san­waltschaft forderte in ihren Plä­doy­ers für den jet­zt 18-jähri­gen Haupt­täter Mar­cel Sch. die Max­i­mal­strafe für Jugendliche von 10 Jahren . Für seinen 24-jährige Brud­er Mar­co wird lebenslängliche Haft gefordert, für den 18-jähri­gen Sebas­t­ian F. neun Jahre und acht Monate. Die Staat­san­waltschaft geht von ein­er gemein­schaftlichen Tat mit recht­sex­trem­istis­chem Hin­ter­grund aus. 

Für viel Aufre­gung sorgten die anschließen­den Plä­doy­ers der Vertei­di­ger in den let­zten Wochen. Der Mord an Mar­i­nus Schöberl in Pot­zlow wurde — soviel ste­ht fest — mit unglaublich­er Bru­tal­ität aus­ge­führt. Unter anderem führte Mar­cel Sch. einen Bor­d­stein­kick nach dem Filmvor­bild von “Amer­i­can His­to­ry X” an Mar­i­nus Schöberl aus, der damals 16 Jahre alt war. Die drei Täter hat­ten ihr Opfer am 13. Juli 2002 im uck­er­märkischen Pot­zlow zunächst als “Juden” und “Linken” beschimpft, ihn geschla­gen, gequält, ermordet und schließlich in ein­er Jauchegrube versenkt. Die Leiche von Mar­i­nus Schöberl wurde erst am 17. Novem­ber ent­deckt, nach­dem Mar­cel Sch. mit sein­er Tat geprahlt hatte. 

Nichts desto trotz verneinen die Anwälte sowohl eine rechte Moti­va­tion für die Tat, meinen, es wäre kein gemein­schaftlich began­ge­nes Ver­brechen gewe­sen und spie­len die Tatan­teile ihrer jew­eili­gen Man­dan­ten herunter. Matthias Schöneb­urg, Anwalt des 24-jähri­gen Mar­co Sch. etwa sprach am ver­gan­genen Don­ner­stag von “Kör­per­ver­let­zung” und ver­wies auf die geringe Intel­li­genz und die Alko­hol­sucht seines Man­dan­ten. Er forderte “unter zehn Jahren Haft”. Mar­co Sch. entschuldigte sich am let­zen Ver­hand­lungstag vor dem Urteilsspruch — nach­dem er zuvor durch­weg geschwiegen hat­te — für seine Tat. 

Auf der Son­der­seite zum Prozess auf Infori­ot lässt sich der Ver­lauf der Ver­hand­lun­gen gut nachvol­lziehen. Lei­der wurde die anfangs angedachte unab­hängige Berichter­stat­tung nicht bis zum Ende des Prozess­es durchge­hal­ten — dafür sind viele Presseartikel zu find­en. Zu den Geschehnis­sen nach der Ent­deck­ung der Tat siehe die geson­derte Son­der­seite auf Inforiot.

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