11. Februar 2003 · Quelle: Inforiot

Verfassungsschutz wirbt in Neuruppin um Mitarbeiter

Wie erst jet­zt bekan­nt wurde, war am Don­ner­stag, dem 6.2., ein Mitar­beit­er des Ver­fas­sungss­chutzes in Neu­rup­pin unter­wegs, um Infor­man­ten zu wer­ben. Gegen 13 Uhr wurde ein Neu­rup­pin­er Aktivist vor sein­er Woh­nungstür von dem Mann gefragt, ob er denn Inter­esse habe, als Kon­tak­t­mann für den VS zu arbeit­en. Der Mann sprach den Aktivis­ten mit vollem Namen an, und out­ete sich sogle­ich als jemand vom Bun­de­samt für Verfassungsschutz. 

Der Aktivist lehnte den Vorschlag sogle­ich ab, den­noch ver­suchte der VSler weit­er zu agi­tieren: “Da haben Sie doch nichts Schlimmes zu befürcht­en. Die Sache wäre doch nur pos­i­tiv für Sie.” Der Geheim­di­en­stler wurde — so der Bericht — immer höflich­er und sagte, dass es nur um Infos gehen wür­den “die Ihnen nicht schaden werden”.
Nach­dem der Aktivist erneut deut­lich machte, das er an ein­er Zusam­me­nar­beit kein Inter­esse hat, been­dete der VSler den Anwer­bev­er­such und ver­schwand. Ob es in der let­zten Zeit zu weit­eren Ansprachen durch den VS in Neu­rup­pin kam, ist nicht bekannt. 

So wird der VSler beschrieben: etwa 1,85m, grün­beige Out­door­jacke, schwarze Strick­mütze, dun­kle hosen, dun­kle Schuhe. 

Dies ist nicht der erste Anwer­bev­er­such in Bran­den­burg, der bekan­nt wurde. Erin­nert sei hier an das Wirken des K4-lers, der unter dem Namen Timo Rit­ter in Prem­nitz, Neu­rup­pin und Rathenow ermit­telte, an den Staatss­chutz-Besuch im alter­na­tiv­en Jugendzen­trum Straus­berg und an den VS-Wer­bev­er­such im Jan­u­ar 2001 in Pots­dam. Genauere Infos zu diesen Vor­fällen sind in den Newslet­tern der Roten Hil­fe Bran­den­burg nachzule­sen. An dieser Stelle sei eben­falls an den Skan­dal um den Neon­azi-Spitzel Toni S. erin­nert, in den der Bran­den­burg­er Ver­fas­sungss­chutz máßge­blich ver­wick­elt war. 

Einige Hin­weise, wie mit Anwer­bev­er­suchen umzuge­hen ist, sind im Rote-Hil­fe-Newslet­ter notiert: Down­load hier (PDF-Datei, 52 KB). Die Rote Hil­fe emp­fiehlt im all­ge­meinen, nach solchen Vorgän­gen an die Öffentlichkeit zu gehen.

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