29. April 2002 · Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten

Videokameras: Zahl der Straftaten halbiert

Die Videoüberwachung am Pots­damer Haupt­bahn­hof ist ein voller Erfolg. Im ersten Quar­tal des Jahres 2002 ist die Zahl der Straftat­en im videoüberwacht­en Bere­ich um mehr als die Hälfte zurück­ge­gan­gen. Nach Angaben des Pots­damer Polizeiprä­sid­i­ums sind von Jan­u­ar bis März 2002 25 Straftat­en reg­istri­ert wor­den, im gle­ichen Zeitraum des Vor­jahres waren es 57. Der Pots­damer Haupt­bahn­hof, der als Krim­i­nal­itätss­chw­er­punkt gilt, wird seit dem 21. Dezem­ber 2001 von sechs Kam­eras überwacht. Sie sind offen sicht­bar und befind­en sich an den nördlichen, südlichen und west­lichen Eingän­gen zum Bahn­hof­s­ge­bäude. Überwacht wird damit auch der Park­platz an den Nuthewiesen, der zuvor als Schw­er­punkt für Autodieb­stäh­le galt.

Die Videoüberwachung hat sich auf jeden Fall bewährt“, sagt Ger­ald Selinger, Leit­er der Pots­damer Hauptwache. Die Straftat­en seien seit der Ein­führung kon­tinuier­lich rück­läu­fig. Vor allem die Autodiebe habe man mit den Kam­eras „mächtig“ zurückge­drängt. Alle acht Straftat­en, die per Videoüberwachung zwis­chen dem 1. und dem 19. April reg­istri­ert wur­den, seien Fahrrad­dieb­stäh­le gewe­sen. Eine ihrer Haup­tauf­gaben sieht die Polizei nun darin, die Anzahl der Fahrrad­dieb­stäh­le am Haupt­bahn­hof zu reduzieren. Als Erfolg der Videoüberwachung ver­bucht Selinger außer­dem, dass die recht­sex­treme Szene, die am Wasser­turm neben dem Bahn­hof­sein­gang durch Straftat­en und Pöbeleien auf sich aufmerk­sam gemacht hat­te, ver­schwun­den ist. Man müsse beobacht­en, ob die Jugendlichen im Som­mer zurück­kehrten, so der Leit­er der Hauptwache. Sollte das der Fall sein, wäre man per Videoüberwachung zumin­d­est in der Lage, Straftat­en bess­er nachzuweisen.

Ein Vorteil der Polizeiar­beit per Kam­era ist laut Selinger zudem, dass die Straftäter leichter gefasst wer­den kön­nen. „Bis jet­zt haben wir immer den Zugriff machen kön­nen.“ Zwei Polizis­ten seien am Bahn­hof immer auf Streife, wird per Kam­era eine Straftat beobachtet, wer­den die Beamten vor Ort in die Spur geschickt. „Der Täter weiß zu diesem Zeit­punkt noch gar nicht, dass wir aktiv gewor­den sind.“ Eine Ver­drän­gung der Krim­i­nal­ität durch die Kam­er­aüberwachung an andere Orte in Pots­dam kann Selinger nicht fest­stellen. Bei den Autodieb­stählen beispiel­sweise habe man keinen weit­eren Schw­er­punkt fest­stellen kön­nen. Zusät­zliche Kam­eras am Haupt­bahn­hof oder die Videoüberwachung ander­er öffentlich­er Plätze in Pots­dam hält der Leit­er der Hauptwache deshalb nicht für notwendig. „Das wäre zurzeit rechtlich nicht sauber.“

90 Beamte der Pots­damer Hauptwache sind für die Arbeit mit der Videoüberwachung geschult wor­den. Befürch­tun­gen, die Polizis­ten kön­nten der Arbeit an den sechs Überwachungs­bild­schir­men mit wenig Moti­va­tion begeg­nen, haben sich laut Selinger nicht bestätigt. Der Grund: „Es gibt Erfol­gser­leb­nisse.“

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