15. Mai 2007 · Quelle: LR

Viel Applaus für Piccolo-Inszenierung “Die weiße Rose – lebt”

«Es ist der alte Rotz, den kein­er hören will» , sagt Man­ni zu Sophie. Sie hat sich anlässlich der Umbe­nen­nung ihrer Schule in «Geschwis­ter-Scholl-Gym­na­si­um» ein The­ater­stück aus­gedacht. Es han­delt von den let­zten Minuten der bei­den Wider­stand­skämpfer, bevor sie von den Nazis hin­gerichtet wur­den. Es ist das Stück im Stück der Pic­co­lo-Insze­nierung «Die weiße Rose – lebt» . Gestern hat­te es in der Paul-Wern­er-Ober­schule in Cot­tbus Pre­miere. Anders als «Man­ni» in der The­ater­szene annimmt, inter­essierten sich die Zehn­tk­lässler sehr für das, was ange­blich nie­mand mehr hören will.

«Die weiße Rose – lebt» , geschrieben und insze­niert von pic­co­lo-The­ater­päd­a­goge Gün­ther Bre­den, schlägt einen Bogen von damals zu heute. «Es soll gezeigt wer­den, wie sich der Anti­semitismus wieder bre­it macht, Frem­den­feindlichkeit geduldet wird und Nazis wieder auf dem Vor­marsch sind» , erk­lärt der Regis­seur.

Das Zwei-Mann-Stück, das die jun­gen Schaus­piel­er Hauke Grewe und Maria Schnei­der überzeu­gend spie­len, hat­te die Schüler offen­bar sehr berührt. So herrschte ein Moment der Stille, bevor es für die Auf­führung viel Applaus gab. «Das Stück ging mir sehr nahe» , sagte Anja Cud­ok (15). «Vor allem hat mich die Ungerechtigkeit erschüt­tert, die Hans und Sophie Scholl wider­fahren ist» . Die 16-jährige Nele Vogt fand an der Insze­nierung beson­ders gut, dass sie Par­al­le­len zur heuti­gen Zeit zieht. «Ich denke, dass die Gefahr, die von den Neo-Nazis aus geht, unter­schätzt wird. Das zu the­ma­tisieren, finde ich wichtig.»
Ein wenig Nach­hil­fe in Geschichte bietet das The­ater­stück außer­dem. «Es ist inter­es­sant, auf die Art noch mehr über die ‚Weiße Rose’ und die Geschwis­ter Scholl zu erfahren. Das ist bess­er als Unter­richt» , waren sich Dirk Enz­mann (17) und Chris­t­ian Hep­t­ner (17) einig. Nach Angaben von Regis­seur Gün­ther Bre­den sollen kün­ftige Auf­führun­gen the­ater­päd­a­gogisch nach­bere­it­et wer­den. «Schüler sind nach Pre­mieren immer noch sehr ver­hal­ten» , ist seine Erfahrung.


Eine Auf­führung mit anschließen­dem Schü­lerge­spräch dauert etwa eine Dop­pel­stunde. Vorstel­lun­gen sind im Pic­co­lo-The­ater unter 0355 / 23 687 buch­bar.

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