22. Dezember 2005 · Quelle: ND

Von Nazis fürs Leben gezeichnet

(Ralf Fis­ch­er) Der Stu­dent Tamás Blé­nessy ist Neben­kläger im Prozess gegen rechte Schläger

ND: Am 20. Dezem­ber begin­nt der Prozess gegen die Recht­sex­trem­is­ten, die Sie und einen weit­eren Linken in der Nacht zum 3. Juli angrif­f­en und ver­let­zten. Was erhof­fen Sie sich von dem Prozess?


Blé­nessy: Zuerst erhoffe ich mir natür­lich eine Bestra­fung der Täter – wegen ver­sucht­en Mordes. Das war keine harm­lose Schlägerei.


Ihr Begleit­er erlitt Schnittver­let­zun­gen. Wie ist sein Zus­tand?

Gesund­heitlich geht es ihm gut. Er wird wohl für sein Leben durch die zahlre­ichen Nar­ben im Gesicht geze­ich­net sein. Wir wer­den vom Vere­in »Jugend engagiert in Pots­dam« sehr gut betreut, mein Begleit­er war zwis­chen­zeitlich auch in psy­chol­o­gis­ch­er Behand­lung.


Die Attacke wird in vie­len Medi­en in eine Rei­he gewalt­tätiger Auseinan­der­set­zun­gen rechter und link­er Jugendlich­er gestellt.

Die Einord­nung in eine so genan­nte »Gewalt­spi­rale« tut einem als Opfer ein­fach nur weh. Die Sta­tis­tiken der Polizeibehör­den sowie Chronolo­gien von Opfer­ber­atungsstellen sprechen Bände. Es gab in diesem Jahr in Pots­dam nur einen ver­meintlichen Über­griff von Linken auf Recht­sex­treme, auf der anderen Seite einzelne Wochen mit bis zu zwölf Vor­fällen, in denen Neon­azis zuschlu­gen.


Haben Sie nun Angst?

Natür­lich lasse ich mich nicht ein­schüchtern. Ich bin nicht das erste Mal Opfer von Neon­azis gewor­den. Ich engagiere mich zurzeit vor allem im bun­desweit­en stu­den­tis­chen Dachver­band fzs auf dem Gebi­et des Antifaschis­mus und schaue natür­lich in Pots­dam weit­er­hin nicht weg.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Kom­men­tar der Ini­tia­tive “Re:kapitualation. Kein Ende der Geschichte” zur Son­der­ausstel­lung zur „Pots­damer Kon­ferenz“ im Schloss Cecilien­hof
Bere­its seit Aus­bruch der Coro­na-Pan­demie fordern zahlre­iche Organ­i­sa­tio­nen die Entzer­rung der Wohn­si­t­u­a­tion in den Sam­melun­terkün­ften, da ein aus­re­ichen­der Schutz vor dem Coro­n­avirus dort nicht gewährleis­tet wer­den kann.
Jede Gesellschaft würde unter diesen Bedin­gun­gen lei­den, doch gibt es spez­i­fis­che Fol­gen, die nur in waren­pro­duzieren­den Gesellschaften oder, anders gesagt, im Kap­i­tal­is­mus auftreten.

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot