23. Mai 2012 · Quelle: Opferperspektive

Vor 10 Jahren starb Kajrat Batesov

Witt­stock — Am 4. Mai 2002 wurde der Rus­s­land­deutsche Kajrat Batesov nach einem Diskobe­such, zusam­men mit seinem Fre­und Max, von mehreren Män­nern ange­grif­f­en.

Die Angreifer woll­ten, nach eige­nen Angaben, so »ihr Revi­er« gegen »Fremde« und »Russen« vertei­di­gen. Als die bei­den bere­its schw­er ver­let­zt am Boden lagen, schleud­erte ein­er der Täter einen 18 Kilo schw­eren Feld­stein auf Kajrat. Am 23. Mai 2002 starb der 24-Jährige auf­grund der schw­eren Ver­let­zun­gen.

Am 1. Mai 2012 wurde in Witt­stock, im Rah­men der Proteste gegen einen Neon­azi­auf­marsch, an Kajrat Batesov erin­nert und der Todes­opfer rechter Gewalt gedacht. Nach wie vor ist der Kampf gegen recht­es Gedankengut und rechte Schläger auf den Straßen nicht gewon­nen. Weit­er­hin beste­ht die Gefahr wegen der Haut­farbe, wegen des Ausse­hens, der kul­turellen Zuord­nung oder poli­tis­chen Ein­stel­lung ange­grif­f­en zu wer­den. Seit 1990 star­ben min­destens 27 Men­schen durch die Gewalt von Neon­azis in Bran­den­burg. Von der Lan­desregierung wer­den lediglich neun Tötungsver­brechen als poli­tisch rechts motiviert anerkan­nt.

Für den 1. Mai hat­te die Neon­azi­gruppe Freie Kräfte Neuruppin/Osthavelland zu ein­er Demon­stra­tion aufgerufen. Der Auf­marsch der ca. 200 Neon­azis wurde erfol­gre­ich nach weni­gen Metern gestoppt. Unter dem Mot­to »1.Mai Naz­ifrei« hat­ten sich etwa 150 Per­so­n­en auf die Straße geset­zt und ihrem Protest gegen Rechts deut­lich zum Aus­druck gebracht.

Die Neon­azis lösten sichtlich frus­tri­ert und aggres­siv ihre Ver­samm­lung auf. Etwa 80 von ihnen fuhren nach Neu­rup­pin, um eine Spon­tandemon­stra­tion durchzuführen. Dort durch­brachen sie am Bahn­hof eine Polizeikette und grif­f­en anschließend mit Flaschen und Steinen das alter­na­tive Jugend­wohn­pro­jekt »Mit­ten­drin« an. Nur durch das beherzte Ein­greifen der Men­schen im Jugendzen­trum kon­nten die Attack­en abgewehrt wer­den. Erst anschließend erschien die Polizei.

Rede zum Gedenken an Kajrat Batesov auf ost­blog

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