26. September 2010 · Quelle: Antifa Westhavelland

Wake UP“-Demo in Potsdam

250 Antifaschist_innen auf der Straße

Am ver­gan­genen Sam­stag demon­stri­erten in Pots­dam unge­fähr 250 Antifaschist_innen unter dem Mot­to „Wake Up! Offen­siv gegen rechte Gedanken und Struk­turen!“ für eine gesellschaftliche Auseinan­der­set­zung mit (neo)nazistischen Ten­den­zen in der Lan­deshaupt­stadt und eine akti­vere Bekämp­fung dieser.

Während der Demon­stra­tion wurde dabei in Rede­beiträ­gen an den so genan­nten „ Sum­mer of hate“ im Jahr 2005 erin­nert, bei dem der, seit den Vor­jahren steigende, (neo)nazistische Aktion­is­mus schließlich in einem bru­tal­en Gewaltüber­fall in ein­er Pots­damer Straßen­bahn gipfelte, wobei zwei Stu­den­ten lebens­ge­fährlich ver­let­zt wor­den.

Zwar seien die Täter_innen inzwis­chen recht­skräftig verurteilt, so die Pots­damer Antifa, jedoch das (neo)nazistische Milieu weit­er­hin aktiv bzw. kon­nte sich durch neue Aktivist_innen ver­jün­gen. Diese nah­men und nehmen an allen wichti­gen (Neo)naziaufmärschen im Bun­des­ge­bi­et teil und ver­bre­it­en mitunter flächen­deck­end (neo)nazistischen Pro­pa­gan­da im gesamten Stadt­bere­ich von Pots­dam.

Auch im unmit­tel­baren Vor­feld der antifaschis­tis­chen Demon­stra­tion hin­ter­ließen die (Neo)nazis so ihre Spuren im Stadt­ge­bi­et. Hun­derte von Aufk­le­bern mit der Dro­hung „Sum­mer of Hate Reloaded“ der (neo)nazistischen Vere­ini­gung „Anti Antifa Pots­dam“ wur­den beispiel­sweise von Antifaschist_innen allein in der Nacht zum Sam­stag ent­fer­nt.

Im Inter­net bekan­nte sich zu dem die (neo)nazistische „Alter­na­tive Jugend Pots­dam“ zu ein­er Pro­pa­gan­daak­tion im Stadtzen­trum von Pots­dam. „Bewaffnet mit Dosen“ hat­ten „mutige Nationalen Sozial­is­ten“ am Sam­stag­mor­gen ein Gebäude der Fach­hochschule Pots­dam „bestiegen“ und dort die Parole „NS JETZT!“, in ein­er Größe von unge­fähr 10,00×1,50m mit schwarz­er Farbe ange­bracht. Weit­ere (neo)nazistische Parolen und mit Sprüh­sch­ablo­nen aufge­brachte Tag­gs mit dem Bezug zum „Sum­mer of hate“ wur­den ent­lang der Demor­oute fest­gestellt.

Die Akteure des (neo)nazistischen Milieus sel­ber ließen sich jedoch während des Demover­laufs nicht oder zumin­d­est nicht erkennbar blick­en. Allerd­ings ver­sucht­en mut­maßliche Sym­pa­thisan­ten des (Neo)nazimilieus kurz vor Werder/Havel einen Zug mit Antifaschist_innen aus Sach­sen-Anhalt – allerd­ings erfol­g­los – mit ein­er Block­ade aus bren­nen­den Reifen zu stop­pen.

Die sach­sen-anhal­tinis­chen Genoss_innen stießen dann am Mag­nus-Zeller-Platz zur Demon­stra­tion und kom­plet­tierten sie. Zuvor hat­ten die Antifaschist_innen bere­its in Gen­thin (Land­kreis Jeri­chow­er Land) spon­tan gegen (neo)nazistische Gewalt demon­stri­ert, nach dem dort in der ver­gan­genen Woche ein bewohntes Haus mit Molo­tow­cock­tails ange­grif­f­en wurde.

Die Sol­i­dar­ität mit den Opfern des (neo)nazistischen Ter­rors ist dabei auch ein Haup­tan­liegen der Antifa. Dort wo Stadt und Polizei schweigen wer­den wir zum aufwachen ermuntern.

Wake Up!

In diesem Zusam­men­hang wurde auch zu Gege­nak­tio­nen zu den geplanten (neo)nazistischen Pro­pa­gan­daak­tio­nen am 2. Okto­ber 2010 in Hal­ber­stadt (Sach­sen-Anhalt) und im Land­kreis Barn­im (Bran­den­burg) aufgerufen.

In Hal­ber­stadt will die Jugen­dor­gan­i­sa­tion der (neo)nazistischen NPD, die JN, anlässlich des 20. Jahrestages des Beitritts der DDR zum Gel­tungs­bere­ich des Grundge­set­zes, nach Artikel 23 GG, unter dem Mot­to 3.Oktober 1990 Vom Regen in die Traufe! Wir wollen Leben, Frei­heit, Ein­heit & einen sou­verä­nen Staat“ einen autarken völkischen Rass­es­taat ein­fordern, während im bran­den­bur­gis­chen Land­kreis Barn­im im Zusam­men­hang mit dem so genan­nten „Preußen­tag“ darüber hin­aus noch eine „echte Wiedervere­ini­gung“ angestrebt und mehr oder weniger offen der Anschluss ehe­ma­lige deutschsprachi­gen Gebi­ete in Polen, Tschechien und Rus­s­land ver­langt wird.

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