29. Januar 2005 · Quelle: MAZ

Warum gerade ich”

(roe) ZEHDENICK “In Auschwitz achtet man nicht mehr darauf, ob ein Maschi­nengewehr häm­mert oder ein Gewehrschuss fällt.” Dieser Satz stammt aus den Erin­nerun­gen Otto Rosen­bergs. Er zeugt von der völ­li­gen Abges­tumpftheit, der die Häftlinge nach den Qualen der Gefan­gen­schaft erlegen waren. Der langjährige Vor­sitzende des Lan­desver­ban­des der Sin­ti und Roma Berlin-Bran­den­burg hat seine Erin­nerun­gen unter dem Titel “Das Bren­n­glas” niedergeschrieben. Das Buch han­delt von ein­er Kind­heit im nation­al­sozial­is­tis­chen Deutschland. 

Petra Rosen­berg, die Tochter des inzwis­chen ver­stor­be­nen Otto Rosen­berg, las am Don­ner­stag in der gut besucht­en Kloster­sche­une aus dem Buch. Die Ver­anstal­tung hat­te der Vere­in “Kul­tur­land­schaft Bran­den­burg Nord” anlässlich des Gedenk­tages für die Opfer des Nation­al­sozial­is­mus organisiert. 

Mit ruhiger Stimme liest die älteste Tochter Otto Rosen­bergs Pas­sagen aus den Erin­nerun­gen: Anfänglich nimmt der Sin­ti-Junge Otto die Beschimp­fun­gen Gle­ichal­triger im Berlin der 30er-Jahre nicht krumm. Oft habe er Sätze wie “Zick-Zack-Zige­uner­pack” oder “Du dreck­iger Zige­uner­junge” gehört. Doch die Diskri­m­inierung wird immer schlim­mer. Otto Rosen­berg ist noch keine 16 Jahre alt, als er 1943 nach Auschwitz deportiert wird. Dort find­et er viele sein­er Ver­wandten wieder. 

Petra Rosen­berg trägt Auszüge aus dem Buch vor. Otto Rosen­berg gelangt nach Buchen­wald, Dorau und Bergen-Belsen, ehe er 1945 befre­it wird. Kurze Zeit später bricht er völ­lig entkräftet zusam­men. Er hat als ein­er der weni­gen aus sein­er Fam­i­lie die NS-Zeit über­lebt. Und vor allem eine Frage hat ihn später immer wieder beschäftigt: “Warum ger­ade ich?”

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