10. Oktober 2002 · Quelle: Märkische Allgemeine

Weiterer Schläger aus Wittstock in Haft

PRIGNITZ Der Fall um die recht­sradikalen Schläger, die einen Asyl­be­wer­ber in Per­leberg geprügelt haben, scheint fast aufgek­lärt. Die Polizei fasste jet­zt den zweit­en Hauptverdächti­gen. Es han­delt sich um einen 15-jähri­gen Witt­stock­er. Er wurde bere­its dem Haftrichter im Amts­gericht Per­leberg vorge­führt. Jen­er gab dem Antrag der Staat­san­waltschaft Neu­rup­pin statt und erließ Haft­be­fehl.


Bere­its Ende Sep­tem­ber war ein 19-jähriger Witt­stock­er gefasst wor­den. Ihm und seinem Begleit­er wird schwere Kör­per­ver­let­zung vorge­wor­fen. Die bei­den sollen einen Asyl­be­wer­ber am Per­leberg­er Bahn­hof auf den Boden geschub­st und mit Fäusten und Fußtrit­ten übel zugerichtet haben. Während sie auf ihn ein­trat­en, ver­lor er das Bewusst­sein. Der Algerier erlitt zahlre­iche Ver­let­zun­gen im Gesicht und an den Rip­pen.

 

Wie Rudi Son­ntag, Sprech­er des Polizeiprä­sid­i­ums Pots­dam, ergänzte, sind die Tatverdächti­gen in der recht­en Szene des Land­kreis­es Ost­prig­nitz-Rup­pin beheimatet.Es han­dele sich jedoch um keine feste Struk­tur, sodass nicht von ein­er fes­ten Grup­pierung gesprochen wer­den könne. Der 19-Jährige sei der Polizei ein­schlägig durch andere rechts gerichtete Delik­te bekan­nt. Außer­dem lägen noch andere Anzeigen vor. Für diese Fälle sei er aber nocht nicht recht­skräftig verurteilt wor­den. Während er sich bei der Vernehmung nach sein­er Fes­t­nahme geständig zeigte, ver­weigert der jet­zt inhaftierte 15-Jährige die Aus­sage.

 

An den Ermit­tlun­gen war unter anderem das Kom­mis­sari­at “Poli­tisch motivierte Krim­i­nal­ität” beteiligt. Der Fah­n­dungser­folg gelang den Beamten in bei­den Fällen mit Hil­fe der Bevölkerung. SO waren bei der Polizei Hin­weise von zeu­gen einge­gan­gen, die zur Fes­t­nahme der Tatverdächtigten führten. Gän­zlich abgeschlossen sind die Ermit­tlun­gen noch nicht. Gesucht wer­den nun ein weit­ere junger Mann und zwei Frauen, die der Mis­shand­lung des Algeriers taten­los zusa­hen.

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