29. Juni 2006 · Quelle: Gruppe für zivilisatorische Grundsätze

Wenn das Murmeltier grüßt…

Am Fre­itag, dem 24.06.06, rief der AK Antifa Pots­dam zusam­men mit der Soli­gruppe Pots­dam und der FAU Pots­dam auf, sich über den — schon seit ger­aumer Zeit veröf­fentlicht­en — Ver­fas­sungss­chutzbericht 2005 lustig zu machen.

Den Start machte das Drehen an der Gewalt­spi­rale. Hin­ter­grund dafür ist die “Analyse” von Behör­den und zahlre­ichen Zeitun­gen. Sie hal­luzinierten immer wieder eine “Gewalt­spi­rale” her­bei, deren Aus­gangspunkt Auseinan­der­set­zun­gen zwis­chen linken und recht­en Jugendlichen seien. Die Real­ität sah und sieht jedoch anders aus. Neon­azis sehen Gewalt als legit­imes Mit­tel inner­halb poli­tis­ch­er Auseinan­der­set­zun­gen. Auch vor Mord schreck­en sie nicht zurück, wie der Angriff von 15 Neon­azis in der Nacht zum 3. Juli 2005 zeigte.

Doch gewalt­tätig sind auch die Pots­damer Linken. Kleine sil­berne Blech­büch­sen mussten den Hass auf Jörg Schön­bohm stand­hal­ten, wenn kraftvoll aber ele­gant Werfer_inn_en die Büch­sen aber­mals zu Fall bracht­en. Neben einem Quiz, welch­es für Szene-Ken­ner_in­n_en keine Hürde darstellte, war der End­losstreifen eines Hol­ly­wood-Films der absolute Höhep­unkt jedes kon­sum­ieren­den “Antifa-Kirmes”-Besuchers. Der Streifen han­delte von den Infor­ma­tion­slück­en im The­men­feld Recht­sex­trem­is­mus, dem kaum über­schaubaren “Aus­län­derex­trem­is­mus” in Bran­den­burg und den gewalt­täti­gen, Waf­fen lagern­den Link­sex­trem­is­ten.

Doch nicht alles auf der Kirmes war spaßig. So durfte sich neben dem Antifa-Stand auch der Rev­o­lu­tionär Sozial­is­tis­che Bund (RSB) Pots­dam auf­stellen. Bekan­nt sind die Trotzk­isten durch anti­semi­tis­che und anti­amerikanis­che State­ments gewor­den. In Pots­dam sam­melten sie unter dem Auf­druck “Kein Blut für Öl” Spenden. Wir erah­nen nur, dass es sich dabei um eine Umschrei­bung der Kam­pagne “10 Euro für den irakischen Wider­stand” han­delt, die Spenden für irakische Ter­ror­is­ten sam­melt.

Jene haben bei emanzi­pa­torischem Protest eben­so wenig zu suchen wie Per­so­n­en, die “Böhse Onkelz”-Songs san­gen und “Forza Italia” schrien. Lei­der wurde sich nicht dazu durchgerun­gen, sie des Platzes zu ver­weisen.
Doch regres­siv ging es den Abend weit­er: Als der Tag zur Nacht wurde, durften drei unkri­tis­che “Kün­stler” noch ihren großen Auftritt feiern und 20 Minuten lang Feuer spuck­en und Fack­eln schwin­gen. Leni Riefen­stahl hätte an dem syn­chro­nen “Licht­spiel” und dessen faschis­tis­ch­er Ästhetik mörderischen Spaß gehabt. Die Masse der Besucher_inn_en ergötzten sich an der abendlichen Roman­tik.

Die Masse, die da noch jubelte, ver­zog sich dann glück­licher­weise bis in die frühen Mor­gen­stun­den, so dass dem pro­gres­siv­en minimal_techno des DJ Ritschko nichts mehr im Wege stand. Doch selb­st sein guter Sound kon­nte eine let­zte Auseinan­der­set­zung mit Capoeira-tanzen­den Hip­pies nicht unterbinden. In Folge der Auseinan­der­set­zung wur­den Par­tygäste von einem Anhänger der Rasta­fari-Bewe­gung als “Fotze” tit­uliert. Die Sys­tem­atik ist hin­länglich bekan­nt. Es war der verzweifelte Ver­such, eine Per­son durch Tit­ulierung (ver­meintlich*) weib­lich­er Gen­i­tal­ien zu belei­di­gen.

Juni 2006

* Wir denken es gibt keine biol­o­gis­chen Kat­e­gorien nach­dem jemand “Mann” oder “Frau” ist. Es zählt einzig das gefühlte, gewollte Geschlecht.

Alle Fotos: Copy­right bei Juri Eber

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