7. November 2007 · Quelle: Antifa Bad Freienwalde

Wider dem Zeitgeist

69 Jahre nach der Reich­s­pogrom­nacht. Kein Vergeben, Kein Vergessen!! Gedenkkundge­bung mit anschließen­der Kranznieder­legung vor dem Mah­n­mal der ehe­ma­li­gen Syn­a­goge in der Neuen Bergstraße in Bad Freien­walde zum Gedenken an die 1938 stattge­fun­dene Reich­s­pogrom­nacht.

In der Nacht vom 9. zum 10. Novem­ber 1938 bran­nten jüdis­che Syn­a­gogen in ganz Deutsch­land. Ange­hörige von Sturmabteilung (SA) und Schutzstaffel (SS) zertrüm­merten die Schaufen­ster jüdis­ch­er Geschäfte, demolierten die Woh­nun­gen jüdis­ch­er Bürg­erIn­nen und mißhan­del­ten ihre Bewohner­In­nen. 91 Tote, 267 zer­störte Gottes- und Gemein­de­häuser und 7.500 ver­wüstete Geschäfte — das war die “offizielle” Bilanz des Ter­rors. Tat­säch­lich star­ben während und unmit­tel­bar in Folge der Auss­chre­itun­gen weit mehr als 1.300 Men­schen, mit min­destens 1.400 wur­den über die Hälfte aller Syn­a­gogen oder Gebet­shäuser in Deutsch­land und Öster­re­ich stark beschädigt oder ganz zer­stört. Weisung zu dem Pogrom war von München aus­ge­gan­gen, wo sich die Führung der Nation­al­sozial­is­tis­chen Deutschen Arbeit­er­partei (NSDAP) zum Gedenken an den 15. Jahrestag des Hitler-Putsches ver­sam­melt hat­te. Am 10. Novem­ber wur­den mehr als 30.000 Juden in Konzen­tra­tionslager (KZ) ver­schleppt. Als Vor­wand des von ihnen als ange­blich spon­ta­nen Akt des “Volk­szorns” deklar­i­erten Ter­rors nutzten die Nation­al­sozial­is­ten die Ermor­dung des Lega­tion­ssekretärs an der deutschen Botschaft in Paris, Ernst vom Rath, durch den erst siebzehn­jähri­gen Her­schel Gryn­sz­pan. Er wollte so auf die Abschiebung von 17.000 pol­nis­chen Juden und Jüdin­nen, zu denen auch seine Eltern zählten, nach Polen aufmerk­sam machen. Die auf­grund der zer­störten Schaufen­ster­scheiben bald als “Reich­skristall­nacht” bekan­nt gewor­de­nen Auss­chre­itun­gen waren bis dahin der Höhep­unkt eines staatlichen Anti­semitismus, der mit der Machtüber­nahme der Nation­al­sozial­is­ten 1933 begonnen hat­te. Die Reak­tio­nen der Bevökerung während des Pogroms waren zumeist von eingeschüchtert­er Reserviertheit und einem schock­ierten Schweigen geprägt. Nur wenige Men­schen, die nicht der SA oder SS ange­hörten, beteiligten sich aktiv an den Zer­störun­gen und den Brand­schatzun­gen, auch nur wenige allerd­ings tätigten Hil­fe für ihre jüdis­chen Nach­barIn­nen. Das NS-Regime deklar­i­erte den von der NSDAP ges­teuerten Pogrom als “berechtigte und ver­ständliche Empörung des deutschen Volkes”, die nach der weit­eren Auss­chal­tung der Juden und Jüdin­nen aus dem deutschen Wirtschaft­sleben rief. Zunehmende Entrech­tung, Ein­teig­nun­gen und “Zwangsarisierun­gen” soll­ten die Juden und Jüdin­nen zur Auswan­derung zwin­gen. Nach dem “öffentlichen” Novem­ber­pogrom 1938 erhielt die Ver­fol­gung einen neuen Charak­ter: Nun begann die “stille” Eli­m­inierung der Juden und Jüdin­nen. Auch die Zeug­nisse ihrer religiösen Kul­tur fie­len der Ver­nich­tung zum Opfer. Deswe­gen soll­ten wir uns gemein­sam dafür ein­set­zen, dass dieses Geschehen niemals in Vergessen­heit gerät. Denn wer, wie viele der dama­li­gen Men­schen wegschaut, der/die toleriert das Ver­hal­ten der Anti­semiten und stimmt diesem mit seinem/ihrem Schweigen zu. Darum ver­sam­meln wir uns am Fre­itag, dem 09.11.2007, um 17.00 Uhr in der Neuen Bergstraße am Mah­n­mal der eham­li­gen Syn­a­goge in Bad Freien­walde.

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