29. April 2005 · Quelle: MOZ

Widerspruch gegen Nazi-Parolen

Bernau. Demokratie ist manch­mal schw­er zu ver­ste­hen. Da dür­fen – durch das
Ver­samm­lungsrecht und damit die Polizei geschützt – Neon­azis auf dem Bernauer Markt
men­schen­ver­ach­t­ende Dummheit­en und Nazi-Parolen ver­bre­it­en. Bürg­er, die ihnen
wider­sprechen wollen, wer­den daran gehin­dert. Das ist ein Wider­spruch an dem auch
die Polizis­ten nicht leicht tra­gen. Gespräche mit Beamten, die am Mittwochabend den
Aufzug des recht­sex­tremen „MHS“ (Märkisch­er Heimatschutz) begleit­en, bestätigen
dies. „ich teile pri­vat die Empörung der Bürg­er muss aber lei­der dien­stlich meinen
Auf­trag erfüllen.“ Sagte eine junger Mann.
Nach Auskun­ft der Polizei musste sie die zir­ka 30 Bernauer, darunter die
Land­tagsab­ge­ord­nete Dag­mar Enkel­mann und Sparkassenchef Josef Keil, die sich mit
Spruch­bän­dern um das Net­zw­erk für Tol­er­anz und Weltof­fen­heit geschart hat­ten, als
nicht angemeldete Demo betra­cht­en. Deshalb seien Störun­gen der MHS-Kundgebung
unter­bun­den worden. 

„Wir wollen nur als Bürg­er unsere Mei­n­ung sagen, woll­ten das die Parolen der
Neon­azis in Bernau nicht unwider­sprochen bleiben“, sagt Eva Maria Rebs vom Netzwerk.
„Sich­er hat die Polizei ihren Auf­trag . Hier ver­lei­ht einem Demokratie aber ein
ohn­mächtiges Gefühl der Wut.“ Wichtig sei dem Net­zw­erk die Aufk­lärung, dass von
diesem gedankengut weit­er Gefahr aus­ge­ht. „Der 8. Mai ist ein gutes Datum, das
ein­drück­lich klar zu machen“, ruft sie de Bürg­er auf, an diesem Tag in großer Zahl
Stel­lung zu beziehen.

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