24. Oktober 2006 · Quelle: ak_antifa_potsdam

Wieder rechtsextreme Übergriffe in Potsdam

In der gestri­gen Nacht zeigte sich wiedere­in­mal ein Beispiel für die fehlende
Lern­fähigkeit der Pots­damer Polizei im Umgang mit Recht­sex­trem­is­mus. Gegen 2.30 Uhr
zog eine Gruppe von vier offen­sichtlichen Neon­azis laut grölend durch die
Innen­stadt. Dabei riefen sie, per­ma­nent mit­ten auf der Straße laufend, Parolen wie:
“Hier marschiert der nationale Wider­stand” und “Frei, Sozial und Nation­al”. Ein im
Schritt­tem­po vor­beifahren­des Polizeifahrzeug sah darin kein Grund zu han­deln, obwohl
sich die Gruppe auch gegenüber der Polizei äußerst aggres­siv gebärdete. Die Neon­azis
zogen unbe­hel­ligt weit­er und riefen dann in Höhe der Bib­lio­thek “Sieg Heil” und
schmis­sen kurze Zeit später einen Mülleimer auf die Straße und ran­dalierten dabei an
ein­er Baustelle. Dabei wur­den sie von drei jugendlichen Pas­san­ten beobachtet, die
dieses Geschehen schon länger mit ansa­hen und die Polizei riefen. Diese war zu dem
Zeit­punkt abwe­send. Einige Zeit später wur­den im Haupt­bahn­hof lediglich die
Per­son­alien der Neon­azis aufgenom­men. Von den am Alten Markt wartenden Zeug­in­nen
wur­den eben­falls die Per­son­alien aufgenom­men. Während­dessen bewegte sich die Gruppe
der Neon­azis auf die Zeug­In­nen zu, dabei riefen sie “Dumm, Düm­mer, Antifa”, sowie” 9
Mil­lime­ter für Zeck­en­schweine”. Auf Bit­ten der Jugendlichen mit dem Streifen­wa­gen
aus Reich­weite der Nazis gefahren zu wer­den, sagten diese nur zu, den Teil der
Zeu­gen, die auf ihrem Nach­hauseweg, zwangsläu­fig an den Nazis vor­bei mussten, durch
das Hin­ter­fahren zu “schützen”. Während zwei der Zeu­gen also an den wild dro­hen­den
Nazis vor­beiliefen, blieben die Polizis­ten weit zurück. Eine weit­ere Zeu­g­in, die
Rich­tung Innen­stadt lief wurde gar nicht geschützt. Was die Nazis aus­nutzten um ihr,
mit dem Ruf “Antifa wir kriegen dich” hin­ter­her zuren­nen. Nur ein Sprint ver­hin­derte
in diesem Moment die direk­te Kon­fronta­tion mit dem Naz­i­mob.

Dazu sagt ein­er der Zeu­gen:” Wenn sich Linke der­art ver­hal­ten hät­ten, wären diese
schon bei der ersten Begeg­nung mit der Polizei ein­er Per­son­alienkon­trolle unter­zo­gen
wor­den und wären spätestens beim Grölen von Mord­dro­hun­gen in Gewahrsam genom­men
wor­den”.

Das Ver­hal­ten der Pots­damer Polizei, bestätigt ein­mal mehr unseren Ein­druck, dass
die stetig gemacht­en Zusagen der Stadt Pots­dam im Kampf gegen den Recht­sex­trem­is­mus,
zumin­d­est teil­weise angezweifelt wer­den muss, da der Wille zur Umset­zung in dieser
Nacht offen­sichtlich fehlte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Kom­men­tar der Ini­tia­tive “Re:kapitualation. Kein Ende der Geschichte” zur Son­der­ausstel­lung zur „Pots­damer Kon­ferenz“ im Schloss Cecilien­hof
Bere­its seit Aus­bruch der Coro­na-Pan­demie fordern zahlre­iche Organ­i­sa­tio­nen die Entzer­rung der Wohn­si­t­u­a­tion in den Sam­melun­terkün­ften, da ein aus­re­ichen­der Schutz vor dem Coro­n­avirus dort nicht gewährleis­tet wer­den kann.
Jede Gesellschaft würde unter diesen Bedin­gun­gen lei­den, doch gibt es spez­i­fis­che Fol­gen, die nur in waren­pro­duzieren­den Gesellschaften oder, anders gesagt, im Kap­i­tal­is­mus auftreten.

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot