7. März 2002 · Quelle: Märkische Allgemeine

Wieder Übergriff gegen Ausländer in Wittstock

WITTSTOCK Wer gestern in der Mit­tagspause “schnell mal zum Chi­ne­sen” wollte, hat­te Pech. Die Woks im Hong-Kong-Imbiss in der Witt­stock­er Post­straße blieben kalt. Denn statt zu kochen, musste erst ein­mal geputzt wer­den. Der gesamte Geschäft­sraum war gestern Früh mit ein­er weißen Staub­schicht über­zo­gen. In jeden Winkel hat­te sich das Pul­ver verteilt.

Es war das Werk von Ein­brech­ern, die in der Nacht zum Mittwoch den Imbiss heimge­sucht hat­ten. Mit einem Feuer­lösch­er aus dem Haus­flur wüteten sie in dem Geschäft, ver­sprüht­en das Pul­ver sozusagen flächen­deck­end. “Außer­dem ließen sie Getränke mit­ge­hen, beschädigten die Kasse und stahlen 30 Euro, die sich darin befan­den”, sagt der Chef des Haus­es, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Auf­fäl­lig: Um hinein zu gelan­gen, hat­ten die Chaoten lediglich die Tür zum Flur aufge­brochen. Sämtliche Außen­türen blieben unversehrt.

Glück im Unglück: Die Ein­rich­tung selb­st wurde ver­schont, eben­so wie die Lebens­mit­tel. “Dafür haben wir ein Lager”, erk­lärt der Geschäfts­mann. So hielt sich der Schaden in Gren­zen. “Es sind so etwa 500 Euro”, schätzt er.

Den Hong-Kong-Imbiss in der Post­straße gibt es seit 1994. Und in all den Jahren haben es die Geschäft­sleute gel­ernt, mit Über­grif­f­en und Zer­störun­gen zu leben. Wie oft etwas passiert ist, wis­sen sie selb­st nicht so genau. Denn sie zählen längst schon nicht mehr mit. “Zwei Über­fälle und ver­schiedene Ein­brüche oder Beschädi­gun­gen. Ins­ge­samt vielle­icht acht Mal oder so”, meint der Chef und winkt ab.

Den­noch soll die Zwangspause so kurz wie möglich sein. “Wir wollen mor­gen wieder öff­nen”, hieß es gestern. Um das zu schaf­fen, wurde den ganzen Tag über nur geputzt und aufgeräumt.

Die Polizei ermit­telt — und das mit Erfolg. Es gibt erste Anhalt­spunk­te. “Wir haben auch schon Tatverdächtige im Visi­er. Sie kom­men allerd­ings nicht aus Witt­stock”, sagt dazu Kripo-Mann René Gerdewis­chke. Noch ist der Fall aber nicht abgeschlossen.

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