8. Juni 2004 · Quelle: Uckermärkische Antifas

Wir machen den Weg frei!”

Die Uck­er­mark, speziell die Stadt Schwedt erwies sich am Sam­stag, den 05.06.2004 wieder ein­mal als ein dankbares Pflaster für recht­sex­treme Aktio­nen. Das “Nationale und soziale Aktions­bünd­nis Mit­teldeutsch­land” hat­te zur Demon­stra­tion in die Oder­stadt geladen und rund 60 Kam­er­aden aus Pren­zlau, Eber­swalde, Straus­berg, Anger­münde, Mecklenburg/ Vor­pom­mern und vor allem aus Berlin waren dem Aufruf gefol­gt. Das Ganze ist ein Tei ein­er gemein­samen Kam­pagne Freier Kam­er­ad­schaften gegen die Agen­da 2010.

Die Stadt Schwedt hielt es im Vor­feld wed­er für nötig, ein Ver­bot zu beantra­gen, Ein­fluss auf die Route zu nehmen, noch die weni­gen zivilge­sellschaftlichen Kräfte der Stadt zu informieren oder gar zu Protesten zu mobil­isieren. Der “engagierte Antifaschist Schauer” (Bürg­er­meis­ter- Eigen­wer­bung) ließ die Nazis ein­fach marschieren. Auch die Polizei, die mit rund 200 Leuten vor Ort war, tat von Anfang an alles, um etwaige Proteste mit allen Mit­teln zu ver­hin­dern. Den weni­gen, vor allem jun­gen Leuten, die wie mögliche Protestier­er aus­sa­hen, wurde schon zwei Stun­den vor Beginn des Aufzugs ein Platzver­weis für das gesamte Stadt­ge­bi­et von Schwedt erteilt. Begrün­dung der Ein­sat­zleit­ers aus Anger­münde: “Der Charak­ter der Ver­samm­lung befriedigt mich nicht!” Acht AntifaschistIn­nen, die diesem Platzver­weis nicht nachka­men wur­den wenig später in Gewahrsam genom­men und ohne Begrün­dung 3 Stun­den fest­ge­hal­ten.

Die Nazis­de­mo selb­st bestand aus der üblichen Mis­chung der bekan­nten Organ­i­sa­tio­nen und Per­so­n­en. Gor­don Rein­holz fungierte als Anmelder, der Märkische Heimatschutz und Autonome Nation­al­is­ten aus Berlin stell­ten die Haupt­gruppe der Demon­stran­ten, Ver­stärkung kam aus Meck­len­burg / Vor­pom­mern von einem “Heimat­bund Pom­mern”.
Im Vor­feld hat­te es vor allem in Anger­münde und Schwedt Schmier­ereien an Wahlplakat­en der etablierten Parteien gegeben, meist unter­schreiben mit “NSBA”, ver­mut­lich der lokale Ver­such, sich aus dem “Nationalen und sozialen Aktions­bünd­nis Mit­teldeutsch­land- NSAM” einen neuen Namen zu for­men. Eine Woche vorher wurde das Arbeit­samt in Anger­münde ange­grif­f­en, mit Farbbeuteln und solchen Parolen wie “Glob­al­isier­er an die Wand — NSBA”.

All das war wie gesagt kein Grund für die Stadt und die Polizei sich irgend­wie gegen die Nazis zu stellen. Die Uck­er­mark bleibt tol­er­ant — vor allem gegenüber Nazis.

AntifaschistIn­nen aus der Uck­er­mark

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