6. Dezember 2015 · Quelle: INFORIOT

Wir sind hier, Bruder Amadeu

80 Menschen gedachten Opfer rassistischer Gewalt in Eberswalde

INFORIOT - 25 Jahre sind seit dem Tod von Amadeu Antonio Kiowa vergangen. Heute, am 6. Dezember, erinnerten 80 Menschen mit einer Gedenkveranstaltung unter dem Titel „Wir sind hier, Bruder Amadeu“ an den von Neonazis zu Tode geprügelten Eberswalder.

INFORIOT — 25 Jahre sind seit dem Tod von Amadeu Anto­nio Kiowa ver­gan­gen. Heute, am 6. Dezem­ber, erin­nerten 80 Men­schen mit ein­er Gedenkver­anstal­tung unter dem Titel „Wir sind hier, Brud­er Amadeu“ an den von Neon­azis zu Tode geprügel­ten Eber­swalder. In Rede­beiträ­gen wurde dem damals 28-jähri­gen Amadeu Anto­nio und vie­len anderen Opfern ras­sis­tis­che Gewalt gedacht. Der Eber­swalder Bürg­er­meis­ter Fried­helm Bogin­s­ki verdeut­lichte in seinem kurzem Beitrag die Schwierigkeit­en der Stadt mit Neon­azis und Ras­sis­mus umzuge­hen. Aber, so Bogin­s­ki, die Mei­n­ung­shoheit in der Stadt haben mit­tler­weile die Men­schen, die sich für Tol­er­anz und Weltof­fen­heit ein­set­zen. Für ihn ste­ht fest: „Wir sind auf einem guten Weg“. Ein ähn­lich­es Faz­it zog auch Austen Brandt, Vor­sitzen­der von Phoenix e.V, einem Vere­in der sich bun­desweit gegen Ras­sis­mus engagiert. Brandt sagte, dass dem Neg­a­tiv­en, welch­es Eber­swalde durch die neon­azis­tis­che Gewalt anhaftet, viel Pos­i­tives ent­ge­genge­set­zt wer­den kann. Viele, so seine Ansicht, engagieren sich und heißen Geflüchtete willkom­men.
Light me Amadeu_Transpi 2015 Klein
Engage­ment in Gedenken an Opfer ras­sis­tis­ch­er Gewalt
Die Organisator_innen der Kundge­bung set­zen sich im Rah­men der Kam­pagne „Light me Amadeu“ seit vie­len Jahren nicht nur für ein aktives Gedenken in Eber­swalde, son­dern gegen ras­sis­tis­che und aus­gren­zende Poli­tik im Land­kreis ein. Demon­stra­tio­nen gegen die Res­i­den­zpflicht und gegen das Gutschein­sys­tem für Asylbewerber_innen gehörten eben­so zur anti­ras­sis­tis­chen Kam­pag­ne­nar­beit wie das derzeit­ige Engage­ment für die dezen­trale Unter­bringung von Geflüchteten. Als Teil aktiv­er Gedenkar­beit fordert die Kam­pagne die Umbe­nen­nung der Eber­swalder Straße, wo sich heute die Gedenk­tafel befind­et, in Amadeu-Anto­nio-Straße. Zwar gab es bis heute nur eine sym­bol­is­che, aber keine offizielle Straßenum­be­nen­nung, jedoch wurde im Sep­tem­ber 2014 das Bürg­er­bil­dungszen­trum Amadeu Anto­nio eröffnet.
rassismus to?tet

Amadeu-Anto­nio-Preis erst­mals vergeben
Am ver­gan­genen Fre­itag wurde erst­mals der Amadeu-Anto­nio-Preis vergeben. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis ging an das The­aterteam der “Bühne für Men­schen­rechte”, das mit dem Stück Asyl-Dialoge und dem Nach­fol­ger Asyl-Monologe in zahlre­ichen Städten unter­wegs war. Als Zweit­platzierte wur­den die Band Antilopen­gang und das “Zen­trum für poli­tis­che Schön­heit” mit 1.000 Euro aus­geze­ich­net. Der Preis ehrt kreatives Engage­ment für Men­schen­rechte und gegen Ras­sis­mus aus.

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Am Son­ntag demon­stri­erten 50 Men­schen auf den Eber­swalder Mark­t­platz im Rah­men der See­brück­en-Kam­pagne und forderte die Stadt auf sich dem Zusam­men­schluss der „Sichere Häfen“ anzuschliessen.
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