14. Oktober 2002 · Quelle: Märkische Allgemeine

Wittstock: Staat als Ordnungsmacht hat diesmal kapituliert

In Witt­stock kam es wieder­holt zu Über­grif­f­en auf Aus­län­der und Über­siedler. Die Behör­den haben lange über­legt, wie der Mis­ere beizukom­men wäre, denn schließlich hin­ter­lassen prügel­nde Glatzköpfe weit über die Lan­des­gren­zen hin­aus nicht ger­ade den besten Ein­druck. Die Lösung: Wo keine Frem­den, da keine frem­den­feindlichen Über­griffe. Das Aussiedler­heim wird dem­nächst geschlossen, wenn auch offiziell aus anderem Grund.

 

Ziel erre­icht. Fragt sich nur, wessen Ziel.


Natür­lich musste in Witt­stock etwas unter­nom­men wer­den, um Men­schen­leben zu schützen. Doch offen­sichtlich ist es da ein­fach­er, bei den gut kon­tol­lier­baren, prak­tisch kasernierten Aussiedlern anzuset­zen, obwohl nicht sie gröh­lend durch die Straßen ziehen. Gegen recht­sradikale Schläger scheint kein Kraut gewach­sen. Die haben nun ihren Slo­gan “Aus­län­der raus!” prak­tisch mit amtlich­er Hil­fe in die Tat umge­set­zt.

 

Die Betrof­fe­nen wer­den woan­der­shin geschoben, vor­erst auch in die Kyritzer Region. Sie dür­fen sich damit als Spiel­ball des Pöbels fühlen.

 

Der Staat als Ord­nungs­macht hat dies­mal kapit­uliert. Was wird er wohl beim näch­sten Mal tun?

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